Diabetische Retinopathie

Wissenschaftliche Unterstützung: Clara Möser

Krankheitsbilder

  • Nicht-proliferative oder proliferative diabetische Retinopathie (NPDR oder PDR) – Veränderungen der Blutgefäße der Netzhaut
  • Diabetische Makulopathie – Veränderungen der Makula (gelber Fleck) mit Netzhautödem
  • Grauer Star (Katarakt)
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Veränderungen des Augeninnendrucks
  • Beeinträchtigung des Sehnervs
  • Entzündungen an Ober- und Unterlid

Warnzeichen

  • Verschlechterung der Sehschärfe, die durch Änderung der Sehhilfe nicht behoben werden kann
  • Leseschwierigkeiten bis zum Verlust der Lesefähigkeit
  • Farbsinnstörungen
  • Allgemeine Sehverschlechterung im Sinne von Verschwommensehen
  • Verzerrtes Sehen (Metamorphopsien)
  • „Rußregen“ vor dem Auge (Glaskörperblutungen) bis zur Erblindung (persistierende Blutungen oder traktive Netzhautablösung)

Allgemeine Risikofaktoren

  • Längere Diabetes-Dauer
  • Höherer Blutglukose-Langzeitwert (HbA1c)/chronische Hyperglykämie
  • Intensivierte Glukosesenkung bei langer Zeit vorbestehenden sehr hohen HbA1c-Werten
  • Arterielle Hypertonie
  • Rauchen
    • Diabetische Nephropathie: Bei Typ-2-Diabetes insbesondere das Vorliegen einer Albuminurie
    • Insbesondere bei Typ-1-Diabetes:
      • Männliches Geschlecht
      • Schwangerschaft
      • Rauchen

    Regelmäßige Kontrollen

    • Empfehlung zur ärztlichen Erstuntersuchung:
      • Typ-1-Diabetes: Ab dem 11. Lebensjahr oder spätestens 5 Jahre nach der Diabetes-Diagnose
      • Typ-2-Diabetes: Bei Diagnosestellung
    • Rhythmus der ärztlichen Kontrollen:
      • Keine diabetische Netzhautveränderung:
        • Kein ophthalmologisches und kein allgemeines Risiko: Alle 2 Jahre
        • Bei allen anderen Risikokonstellationen: Jährlich
      • Bei diabetischen Netzhautveränderungen (ophthalmologisches Risiko): Jährlich oder häufiger
        • Milde und mäßige nicht proliferative diabetische Retinopathie: Circa alle 6 Monate
        • Schwere nicht proliferative und proliferative diabetische Retinopathie: Circa alle 3 Monate
        • Klinisch signifikantes Makulaödem: Circa alle 2 bis 3 Monate
      • Häufigere Kontrollen bei:
        • Schwangerschaft (Gravidität):
          • Vor der Schwangerschaft
          • Während der Schwangerschaft mindestens alle 3 Monate
        • Entgleisung der diabetischen Stoffwechsellage und/oder bei schwerer Hypertonie

    Quellen:

    Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. et al.: Leitlinie Nr. 20 Diabetische Retinopathie. 2011
    Bundesärztekammer et al.: Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie Diabetes – Schäden an der Netzhaut: Vorbeugen und behandeln. 2. Auflage. Version 2. 2016
    Bundesärztekammer et al.: Nationale Versorgungsleitlinie Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes. Langfassung. Version 2. 2015
    Stand: 07.10.2020