Kardiovaskuläre Erkrankungen

Wissenschaftliche Unterstützung: Clara Möser

Krankheitsbilder

  • Arterielle Hypertonie
  • Arteriosklerose
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzinsuffizienz
  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
  • Schlaganfall (Apoplex)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) – „Schaufensterkrankheit“

Risikofaktoren

  • Höheres Alter (ab 65 Jahre)
  • Arterielle Hypertonie: Insbesondere der systolische Blutdruck
  • Rauchen
  • Übergewicht, Adipositas
  • Weibliches Geschlecht
  • Chronische Hyperglykämie, erhöhter Blutglukose-Langzeitwert (HbA1c)
  • Dyslipidämie
  • Bestehende Endorganschäden: Proteinurie, chronische Niereninsuffizienz, linksventrikuläre Hypertrophie, Retinopathie
  • Schlaganfall, TIA (Transitorische ischämische Attacke), Thromboembolie
  • Kardiovaskuläre Erkrankung in der Vorgeschichte: Zustand nach Myokardinfarkt, PAVK, Aortenplaque
  • Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen in der Familie
  • Ungesunder Lebensstil:
    • Hyperkalorische, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung mit einem hohen Kochsalzanteil
    • Mangelnde Bewegung
    • Starker Alkoholkonsum

Prävention

  1. Veränderungen des Lebensstils mit dem Ziel eines moderaten Gewichtsverlustes
  2. Reduzierte Kalorienaufnahme
  3. Mediterrane Ernährung (reich an mehrfach ungesättigten und einfach ungesättigten Fetten) ergänzt mit Olivenöl und/oder Nüssen
  4. Reduktion des Alkoholkonsums
  5. Mittlere bis intensive körperliche Aktivität von mindestens 150 Minuten pro Woche
  6. Nikotinverzicht/Raucherentwöhnung
  7. Blutglukosekontrolle zum Erreichen eines HbA1c-Wertes kleiner 7,0 Prozent (53.01 mmol/mol). HbA1c-Zielwert sollte individuell festgelegt werden.
  8. Blutdruckeinstellung: Systolisch 120 bis 130 mmHg und diastolisch 70 bis 80 mmHg
  9. Individualisierte intensive Statintherapie

Regelmäßige Kontrollen

  • 1-mal jährlich Bestimmung der Blutfette (Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride)
  • Bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz:
    • Regelmäßige Überprüfung und Dokumentation folgender Parameter:
      • Funktionale Kapazität (NYHA (New York Heart Association)-Klassifikation)
      • Körpergewicht und Hydratationszustand
      • Blutdruck, Herzrhythmus und -frequenz
      • Alltagsfunktionalität, psychosozialer Status und Lebensqualität
      • Therapieadhärenz
    • Regelmäßige Überprüfung der Indikation aller Medikamente
    • Engmaschige Kontrolle des Elektrolythaushaltes (insbesondere Kalium und Natrium) sowie der Nierenfunktion:
      • Vor Therapiebeginn
      • 1 bis 2 Wochen nach jeder Dosissteigerung
      • Nach 3 Monaten, anschließend in 6-monatigen Intervallen
      • Bei Therapieanpassungen
      • Während jedem Krankenhausaufenthalt
    • Körperliche Untersuchungen (Körpergewicht, Pulsfrequenz und Blutdruck) angepasst an den individuellen Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten: Mindestens so häufig wie die obligaten Laborkontrollen

Quellen:

Bundesärztekammer et al.: Nationale Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz. Langfassung. 3. Auflage. Version 1. 2019
European Society of Cardiology et al.: Diabetes, Prädiabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen. 2. Auflage. 2019
Schütt, K. et al.: Diabetes mellitus und Herz. In: Diabetologie, 2019, 14: S232-234
Stand: 07.10.2020