Bei hohen Temperaturen versucht der Körper, überschüssige Wärme über die Haut und durch Schwitzen abzugeben. Menschen mit Diabetes reagieren auf Hitze mitunter langsamer und schwächer als stoffwechselgesunde Personen. Insbesondere Nervenschädigungen, Übergewicht oder ein höheres Alter können die natürliche Temperaturregulation zusätzlich beeinträchtigen. Gleichzeitig steigt durch das Schwitzen der Flüssigkeitsverlust. Wird dieser nicht ausgeglichen, kann es zu einer Dehydrierung kommen. Das kann wiederum den Blutzucker beeinflussen und den Kreislauf belasten.
In unserem diabinfo-Video erklärt PD Dr. Katharina Lechner, Kardiologin bei Helmholtz Munich, wie sich Hitze auf den Körper auswirkt und wann sie für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes gefährlich werden kann.
Wann wird Hitze gefährlich? Zum Video
Bewegung bei Hitze gut planen
Wer auch an heißen Tagen Sport treiben möchte, sollte die Belastung möglichst in die frühen Morgenstunden oder den späten Abend verlegen. Dann sind die Temperaturen meist deutlich angenehmer als zur Mittagszeit. Zudem ist es sinnvoll, sich für die körperliche Aktivität im Schatten oder in klimatisierten Räumen aufzuhalten. Leichte, atmungsaktive Kleidung, eine Kopfbedeckung sowie Sonnenschutz helfen zusätzlich, den Körper vor Hitze und UV-Strahlung zu schützen.
Besonders wichtig ist es, ausreichend und regelmäßig zu trinken. Wer erst trinkt, wenn Durst auftritt, hat häufig bereits Flüssigkeit verloren. Gerade ältere Menschen mit Diabetes verspüren Durst oft erst spät und sollten deshalb besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
Generell gilt: Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und passen Sie die Intensität sowie Dauer der Bewegung an Ihr persönliches Wohlbefinden und die Außentemperatur an. Planen Sie regelmäßige Pausen ein und vermeiden Sie Überanstrengung.
Blutzucker im Blick behalten
Hitze und Bewegung können den Blutzucker auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Bei Menschen, die Insulin spritzen, kann das Hormon durch die stärkere Hautdurchblutung schneller aufgenommen werden. Dadurch steigt das Risiko für Unterzuckerungen. Gleichzeitig kann bei einem unzureichend eingestellten Diabetes auch eine Überzuckerung auftreten, die den Flüssigkeitsverlust zusätzlich verstärkt.
Deshalb empfiehlt es sich, den Blutzucker an heißen Tagen häufiger zu kontrollieren – insbesondere vor, während und nach körperlichen Aktivitäten. Wer Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente einnimmt, sollte mögliche Anpassungen der Dosierung vorab mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.
Auch an die Diabetes-Hilfsmittel denken
Nicht nur der Körper reagiert empfindlich auf Hitze. Auch Insulin, Blutzuckermessgeräte, Teststreifen, Sensoren oder Insulinpumpen sollten vor direkter Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen geschützt werden. Insulin verliert bei Temperaturen über 30 Grad an Wirksamkeit. Gleichzeitig darf Insulin aber auch nicht gefrieren. Besprechen Sie mit Ihrem Diabetes-Team, wie Sie Ihre Diabetes-Hilfsmittel bei Hitze möglichst sicher aufbewahren können.
Aktiv und sicher durch den Sommer
Sport und Bewegung sind auch an heißen Sommertagen möglich. Mit der richtigen Vorbereitung, ausreichend Flüssigkeit, regelmäßigen Blutzuckerkontrollen und einem guten Diabetes-Management können Menschen mit Diabetes auch an heißen Tagen aktiv bleiben. Wer auf die Signale seines Körpers achtet und Trainingseinheiten an die Temperaturen anpasst, kommt sicher und fit durch den Sommer.
Wenn es draußen zu heiß ist, können Bewegungseinheiten in kühlen Innenräumen eine gute Alternative sein. In unseren diabinfo-Bewegungsvideos finden Sie Übungen für zu Hause.



