Diabetes und Demenz beeinflussen sich gegenseitig
Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, im Alter an einer Demenz zu erkranken. Liegen beide Erkrankungen gemeinsam vor, können sie sich gegenseitig verstärken. Sehr niedrige oder sehr hohe Blutzuckerwerte können die Gedächtnisfunktion beeinträchtigen. Gleichzeitig kann eine Demenz es erschweren, Symptome einer Unterzuckerung oder Überzuckerung zu erkennen und angemessen zu reagieren. Dadurch steigt das Risiko für Stürze, Krankenhausaufenthalte und weitere gesundheitliche Probleme. Eine gute und sichere Blutzuckerkontrolle ist deshalb besonders wichtig.
Wie funktioniert die kontinuierliche Glukosemessung?
Ein kontinuierliches Glukosemesssystem, kurz CGM (engl.: Continuous Glucose Monitoring), misst die Glukosekonzentration im Gewebe unter der Haut. Dafür wird ein kleiner Sensor meist am Oberarm oder am Bauch getragen. Die Werte werden kontinuierlich an ein Lesegerät oder Smartphone übertragen. Im Unterschied zur Blutzuckermessung mit Teststreifen sind die Glukosewerte somit jederzeit abrufbar. Außerdem kann ein CGM-System Warnungen auslösen, wenn eine Über- oder Unterzuckerung droht.
CGM bei älteren Menschen mit Diabetes und Demenz
Forschende der Universität Florida werteten die Gesundheitsdaten von 2.022 älteren Menschen mit Demenz und insulinpflichtigem Diabetes aus. Berücksichtigt wurden sowohl Menschen mit Typ-1-Diabetes als auch mit Typ-2-Diabetes. Das Durchschnittsalter lag bei 76,4 Jahren. Rund 56 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen.
Die Teilnehmenden wurden in 2 gleich große Gruppen eingeteilt. 1.011 Personen nutzten ein CGM-System. Die andere Hälfte kontrollierte ihren Blutzucker mit Teststreifen. Die Forschenden beobachteten rund 2 Jahre lang die gesundheitliche Entwicklung der Teilnehmenden. Dabei erfassten sie unter anderem schwere Unterzuckerungen und Überzuckerungen, Todesfälle sowie Stürze und Krankenhausaufenthalte.
Weniger Krankenhausaufenthalte und geringere Sterblichkeit
Die Teilnehmenden mit CGM-System wurden insgesamt seltener im Krankenhaus behandelt als diejenigen, die ihren Blutzucker mit Teststreifen kontrollierten.
Auch die Sterblichkeit war in der CGM-Gruppe deutlich niedriger: Während der Beobachtungszeit starben etwa 25 Prozent der Menschen mit CGM-System, aber rund 40 Prozent der Personen in der Vergleichsgruppe. Bei schweren Unterzuckerungen, Überzuckerungen und Stürzen zeigten sich dagegen keine eindeutigen Unterschiede zwischen den Gruppen.
CGM könnte gesundheitliche Vorteile haben
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine kontinuierliche Glukosemessung bei älteren Menschen mit Diabetes und Demenz mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden sein könnte. Veränderungen der Glukosewerte lassen sich damit möglicherweise früher erkennen. Das könnte Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen dabei unterstützen, schneller zu reagieren.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, müssen weitere Studien zeigen, ob und wie CGM-Systeme zur Versorgung von Menschen mit Diabetes und Demenz beitragen können.
Mehr zu Diabetes im Alter und zum Zusammenhang zwischen Diabetes und Demenz finden Sie in den Beiträgen „Diabetes im Alter“ und „Gehirn und Psyche“.
Quellen:
Deutsches Ärzteblatt: Typ-2-Diabetes: Glukose-Monitoring könnte Leben von Menschen mit Demenz verlängern. (Letzter Abruf: 10.03.2026)
Kotecha, P. et al.: Continuous Glucose Monitoring in Insulin-Treated Older Adults With Diabetes and Alzheimer Disease and Related Dementias. In: JAMA Netw Open, 2025, 8: e2541939



