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Erkältungszeit

Diabetes und Infekte: Gefahr einer Sepsis im Blick behalten

Wenn die Temperaturen sinken, haben Erkältungen, Grippe und andere Infektionen Hochsaison. Für Menschen mit Diabetes ist besondere Vorsicht geboten: Sie erkranken nicht nur häufiger, sondern Infektionen verlaufen oft schwerer. Selbst eine leichte Infektion kann in eine Sepsis übergehen – eine lebensbedrohliche Komplikation. Wie lässt sich einer Sepsis vorbeugen und was sind typische Warnzeichen?

 

Was ist eine Sepsis? 

Eine Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt, ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Sie entsteht, wenn die körpereigene Abwehr eine lokale Infektion nicht mehr eindämmen kann und die Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen. Das Immunsystem gerät außer Kontrolle und greift nicht nur die Erreger, sondern auch die eigenen Organe wie Lunge, Herz und Nieren an. Unbehandelt ist eine Sepsis tödlich. 

 

Warum Menschen mit Diabetes besonders gefährdet sind 

Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass Typ-2-Diabetes das Risiko für eine Sepsis verdoppeln kann. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schwächt das Immunsystem, schädigt die Blutgefäße und verlangsamt die Wundheilung. Zudem können diabetesbedingte Nervenschäden dazu führen, dass Menschen mit Diabetes Verletzungen, besonders an den Füßen, schlechter spüren und oft zu spät bemerken. Dadurch können Infektionen, etwa der Harnwege, Atemwege oder Haut, leichter entstehen und schwerer verlaufen. Das erhöht die Gefahr einer Sepsis. 

 

Anzeichen erkennen – schnell handeln 

Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Umso wichtiger ist es, sie so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Typische Warnzeichen sind unter anderem  

  • plötzliche Verwirrtheit, 
  • ungewohnte Schläfrigkeit,  
  • schnelle oder schwere Atmung,  
  • ein schneller oder sehr langsamer Puls, 
  • niedriger Blutdruck, 
  • feucht-kalte oder fleckige Hände und Füße sowie  
  • ein starkes Krankheitsgefühl.  

Treten eines oder mehrere dieser Symptome im Zusammenhang mit einem Infekt auf, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf und wählen Sie den Notruf (112).  

Die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. klärt über die Gefahr und die Symptome einer Sepsis auf. Laden Sie hier unseren gemeinsamen Flyer mit wichtigen Informationen zur Sepsis bei Menschen mit Diabetes herunter

 

So beugen Sie vor 

Mit den folgenden Maßnahmen können Sie das Risiko deutlich senken, eine schwer verlaufende Infektion bis hin zu einer Sepsis zu entwickeln: 

  • Blutzucker gut einstellen und regelmäßig kontrollieren. 
  • Wunden – besonders an den Füßen – täglich prüfen und frühzeitig behandeln. 
  • Hygiene beachten und Hände regelmäßig waschen. 
  • Impfungen auffrischen (Grippe, Pneumokokken, COVID-19). 
  • Auf eine gesunde Lebensweise achten: Ausreichend Schlaf, Bewegung und ausgewogene Ernährung stärken die Immunabwehr. 

Mehr Informationen lesen Sie in unserem Hintergrundartikel zu Diabetes und Infekten. 

 

Quelle

Davis, W. A. et al.: Incident sepsis in people with or without type 2 diabetes: the Fremantle Diabetes Study Phase II. In: Diabetologia, 2025, 68 (Suppl 1): Abstract 1193