Bildschirmfoto der Veranstaltung 'diabinfo im Dialog'

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Gelungene Premiere: diabinfo im Dialog – digitales Patientenforum Diabetes

In den letzten 2 Jahren erweiterten Forschungsergebnisse die herkömmliche Einteilung in Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Doch ist die neue Klassifizierung von 5 Diabetes-Typen schon im klinischen Alltag angekommen? Und wann spricht man eigentlich von Typ-F-Diabetes? Über 130 Teilnehmende informierten sich beim 1. digitalen Patientenforum ‚diabinfo im Dialog‘ am vergangenen Samstag und nutzten die Gelegenheit, ihre persönlichen Fragen in die Veranstaltung mit einzubringen.

Die bekannte Einteilung in 2 häufige Diabetes-Typen – Typ-1 und Typ-2 – wurde durch Forschende aus Skandinavien im Jahr 2018 infrage gestellt. Erkenntnisse aus der multizentrischen Deutschen Diabetes-Studie (GDS) bestätigten kurz darauf die mögliche Unterscheidung von 5 Untergruppen, die sich bereits in den ersten 5 Jahren nach Diagnosestellung treffen lässt. In die Analyse fließen Parameter wie der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c, das Alter bei Diagnosestellung, das Körpergewicht, das Vorliegen von Autoantikörpern (GAD), die Insulinsekretion sowie die Insulinwirkung mit ein.

Die Untergruppen unterscheiden sich in Hinblick auf ihr Risiko diabetesbedingte Folgeerkrankungen zu entwickeln. In seinem Vortrag erklärte Prof. Andreas Fritsche, Universitätsklinikum Tübingen, anschaulich, wie die Gruppen charakterisiert werden und wie Diabetologinnen und Diabetologen diese Erkenntnisse heute schon in den klinischen Alltag einfließen lassen können.

Prädiabetes: 6 Subtypen identifiziert

Auch im Stadium des Prädiabetes lassen sich bereits 6 Subtypen voneinander abgrenzen, die sich in der Krankheitsentstehung und dem Fortschreiten der Erkrankung unterscheiden. Hieraus ergeben sich Konsequenzen für die Möglichkeiten zur Vorbeugung – reicht eine Lebensstil-Umstellung aus oder ist eine frühzeitige medikamentöse Behandlung notwendig?

Typ-F-Diabetes: Was tun, wenn Angehörige an Diabetes erkranken?

Erhält ein Mensch die Diagnose Diabetes, betrifft dies auch die Familienangehörigen, Lebenspartnerinnen und -partner oder Freundinnen und Freunde: Das ‚F‘ in dem Begriff ,Diabetes-Typ-F‘, der mittlerweile immer häufiger zu hören ist, steht also für ‚Familie und Freunde‘. Prof. Bernhard Kulzer, Diabetes Zentrum Mergentheim, ging ins Gespräch mit 2 Ehefrauen, deren Männer die Diagnose Diabetes erhalten hatten – einer Typ-1-Diabetes, der andere Typ-2-Diabetes. Welche Auswirkungen hatte die Diagnose auf das Familienleben? Wie geht man am besten um mit Ängsten vor Unterzuckerungen oder Folgeerkrankungen, wie passt man den Lebensstil an, so dass es der ganzen Familie zugutekommt?

Bescheid wissen über die Erkrankung ist wichtig und kann mögliche Ängste nehmen. Miteinander im Gespräch bleiben und Unterstützung im Austausch mit anderen betroffenen Personen suchen, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen – dies sind die Schlüssel zu einem entspannten Umgang mit Diabetes.

Die Präsentation des Vortrags von Prof. Fritsche sowie eine Zusammenfassung der Themen der Podiumsdiskussion finden Sie auf unserer Seite Veranstaltungen.

Weitere Informationen zum Thema Typ-F-Diabetes haben wir hier für Sie zusammengestellt.