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Ein gemeinsames Angebot von Helmholtz Munich, des Deutschen Diabetes-Zentrums und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung
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Karneval und Diabetes: So bleibt die 5. Jahreszeit unbeschwert

Bunte Kostüme, fröhliche Musik, ausgelassene Stimmung – Karneval und Fasching stehen für Lebensfreude und Gemeinschaft. Auch Menschen mit Diabetes können die 5. Jahreszeit genießen. Mit guter Planung und einem bewussten Umgang mit der Erkrankung lassen sich Risiken reduzieren. Zusätzlich unterstützt der diabinfo-Spickzettel dabei, die Kohlenhydratmenge beliebter Karnevalsklassiker abzuschätzen.

 

Gut vorbereitet in die 5. Jahreszeit

Wer feiert, ist oft länger unterwegs, bewegt sich mehr und isst oder trinkt andere Speisen und Getränke als üblich. All das kann den Blutzucker beeinflussen. Nehmen Sie deshalb ausreichend Messutensilien, Insulin beziehungsweise blutzuckersenkende Medikamente, Traubenzucker und kleine Snacks mit. Ein Notfallausweis oder ein medizinisches Armband kann im Ernstfall helfen, schnell die passende Unterstützung zu bekommen.

 

Diabetes-Spickzettel für die Karnevalszeit

Krapfen, Berliner, Kamelle und andere Leckereien gehören zum Karneval dazu. In unserem Spickzettel finden Sie viele Karnevalsleckereien und die zugehörigen Kohlenhydratangaben je Stück und je 100 Gramm. Beispielsweise enthält ein mit Konfitüre gefüllter Berliner rund 33 Gramm Kohlenhydrate (KH) je Stück. Ein Mett- oder Käsebrötchen liegt bei etwa 16,2 Gramm KH je belegter Hälfte.

Auch die typischen Kamelle finden Sie auf dem Spickzettel: Bonbons (Hartkaramelle) enthalten etwa 4,6 Gramm KH je Stück (5 Gramm), eine kleine Tüte Kartoffelchips (25 Gramm) liegt bei 11,5 Gramm KH und gesüßtes Popcorn bei 5,2 Gramm KH je Portion (kleine Tüte mit 8 Gramm). Zusätzlich sind verschiedene Getränke mit den jeweiligen Kohlenhydratangaben aufgeführt.
 

Hier gelangen Sie zum Diabetes-Spickzettel für die Karnevalszeit


Mit Hilfe der Kohlenhydratangaben lässt sich die benötigte Insulindosis berechnen und die Therapie entsprechend anpassen. Kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM-Systeme) können zudem dabei unterstützen, den Glukoseverlauf im Blick zu behalten und Trends frühzeitig zu erkennen.

Bitte beachten Sie, dass die Kohlenhydratangaben je nach Hersteller oder Rezept variieren können und nur als Orientierung dienen.

 

Alkohol und Diabetes: Vorsicht vor Unterzuckerungen

Besonders bei Menschen mit einem insulinpflichtigen Diabetes kann Alkoholkonsum – oft auch zeitverzögert – zu Unterzuckerungen führen. Denn Alkohol hemmt die Zuckerfreisetzung aus der Leber ins Blut, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt. Das Tückische: Typischen Anzeichen einer Unterzuckerung wie Schwitzen, Schwindel, verwaschene Sprache, Sehstörungen und/oder Verwirrtheit können leicht mit der Wirkung des Alkohols verwechselt werden. Dadurch besteht das Risiko, eine Unterzuckerung zu spät zu erkennen.

Essen Sie daher zu alkoholischen Getränken immer kohlenhydrathaltige Speisen, kontrollieren Sie Ihren Blutzucker regelmäßig und informieren Sie Begleitpersonen über mögliche Warnzeichen. Wichtig ist außerdem, vor dem Schlafengehen den Blutzucker zu überprüfen, da es auch nachts noch zeitverzögert zu Unterzuckerungen kommen kann.

 

Bewegung berücksichtigen und Erholung einplanen

Karnevalsumzüge, Tanzen und langes Stehen bringen oft deutlich mehr Bewegung als im Alltag mit sich. Das kann den Blutzucker zusätzlich senken. Planen Sie – je nach Therapie – gegebenenfalls kleinere Insulindosen ein und halten Sie schnell wirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder Gummibärchen stets griffbereit.

Auch nach einem langen Karnevalstag gilt: Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker regelmäßig, trinken Sie ausreichend Wasser und gönnen Sie sich Erholung. So starten Sie sicher in den nächsten Tag.

 

Achtsam durch die 5. Jahreszeit

Mit guter Vorbereitung, regelmäßigen Blutzuckerkontrollen und einem bewussten Umgang mit Essen, Alkohol und Bewegung können Menschen mit Diabetes die Karnevalszeit unbeschwert genießen. In diesem Sinne: Alaaf und Helau – bleiben Sie gesund und feiern Sie fröhlich!