Durchsichtige Körperansicht in der die Leber rot hervorgehoben ist.

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Folgeerkrankungen

Neuer Ansatz zur Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Anja Zeigerer

Eine der wichtigsten Begleiterkrankungen bei Typ-2-Diabetes ist die nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD). Diese Erkrankung ist eine Vorstufe für weitere schwere Lebererkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkarzinom. Bisher gibt es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Nun haben Forschende einen neuen, möglichen Ansatz zur Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber entdeckt.

Die Verbreitung von Typ-2-Diabetes und seiner Begleiterkrankungen wie der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) nimmt zu. Weltweit sind 1,8 Milliarden Menschen von NAFLD betroffen und es gibt derzeit keine zugelassenen Behandlungsmöglichkeiten auf dem Markt.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten die Abläufe innerhalb der Leberzellen, die mit dem Zucker- und Fettstoffwechsel in Verbindung stehen. Sie entdeckten dabei, dass ein bestimmter Eiweißstoff, das Enzym Rab24, eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Mitochondrien spielt. Mitochondrien sind für die Zellatmung zuständig und werden häufig als Kraftwerke der Zelle bezeichnet.

Die Dynamik dieser Zellorganelle hängt stark mit der Verfügbarkeit von Nährstoffen zusammen. Fasten hemmt die Teilung der Mitochondrien und führt zur Bildung von leistungsfähigeren Mitochondrien, welche verfügbare Nährstoffe besser ausnutzen können. Ein ständiges Nahrungsüberangebot hemmt dagegen die Mitochondrien in ihrer Aktivität und Atmungsfähigkeit.

Zellstoffwechsel: Angriffspunkte zur Entwicklung von neuen Therapien 

Bei starkem Übergewicht liegt das Enzym Rab24 in großer Menge vor. Die Forschenden konnten im Modellversuch nachweisen, dass eine Reduzierung von Rab24 bei ernährungsbedingter Fettleibigkeit die Leberverfettung und den Zuckerstoffwechsel verbessert. Dies führt zu einer allgemeinen Verbesserung des Gesundheitszustandes der Leber und des gesamten Organismus.

Auf lange Sicht könnte der Eiweißstoff Rab24 damit ein möglicher Ansatzpunkt sein, um eine Behandlung für die nicht-alkoholische Fettleber zu entwickeln.

 

Quellen:
Seitz, S. et al.: Hepatic Rab24 controls blood glucose homeostasis via improving mitochondrial plasticity. In: Nature Metabolism, 2019, 1: 1009-1026
Helmholtz Zentrum München: Neue potenziell therapeutische Targets für nicht-alkoholische Fettlebererkrankung entdeckt. Pressemitteilung vom 14.10.2019