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Diabetes im Alltag

Ramadan und Diabetes: Tipps für sicheres Fasten

Am Abend des 18. Februars 2026 beginnt der Ramadan. Für viele Musliminnen und Muslime ist der Fastenmonat eine wichtige Zeit der Besinnung, des Glaubens und der Gemeinschaft. Menschen mit Diabetes kann er jedoch vor besondere Herausforderungen stellen: Längere Phasen ohne Essen und Trinken können den Blutzucker aus dem Gleichgewicht bringen. Mit guter Vorbereitung und Wissen über den eigenen Diabetes kann das Fasten dennoch sicher gestaltet werden.

 

Fasten mit Diabetes: Eine individuelle Entscheidung

Nicht alle Menschen mit Diabetes können oder sollten fasten. Wenn durch das Fasten gesundheitliche Risiken entstehen können, sind betroffene Personen aus religiöser Sicht nicht verpflichtet zu fasten. Das gilt zum Beispiel bei häufigen Unterzuckerungen, schlecht eingestellten Blutzuckerwerten, während einer Schwangerschaft oder bei schweren Folge- und Begleiterkrankungen.
Viele Menschen mit Diabetes entscheiden sich dennoch bewusst für das Fasten. Wichtig ist dann, die eigene Situation realistisch einschätzen zu können und ärztlichen Rat einzuholen.

 

Gute Vorbereitung ist entscheidend

Wer mit Diabetes fasten möchte, sollte sich vor Beginn des Ramadans an sein Diabetes-Team wenden. Gemeinsam können individuelle Risiken eingeschätzt und gegebenenfalls Änderungen der Diabetes-Therapie besprochen werden. Dazu zählen:

  • Anpassung von Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten 
  • Besprechung der Blutzuckerkontrollen während des Fastens
  • Klare Absprachen, wann das Fasten aus gesundheitlichen Gründen unterbrochen werden muss

 

Ernährung: ausgewogen und bewusst

Die Mahlzeiten Sahur (vor Sonnenaufgang) und Iftar (nach Sonnenuntergang) spielen eine zentrale Rolle für den Zuckerstoffwechsel. Um schwere Stoffwechselentgleisungen zu vermeiden, kann auch in der Fastenzeit eine gesunde und ausgewogene Ernährung helfen:

  • Bei der Mahlzeit vor Sonnenaufgang (Sahur) sollten ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte bevorzugt werden, die lange satt halten.
  • Zum Fastenbrechen am Abend (Iftar) sollten fett- und zuckerarme Speisen gewählt werden, zum Beispiel Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte oder helles Fleisch.
  • Ausreichend Flüssigkeit während Iftar und Sahur trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.

Große, sehr üppige Mahlzeiten am Abend können den Blutzucker stark ansteigen lassen und sollten vermieden werden.

 

Blutzucker messen – auch im Ramadan

Regelmäßige Blutzuckermessungen sind während des Fastens besonders wichtig. Sie unterbrechen das Fasten nicht und helfen, gefährliche Unter- oder Überzuckerungen frühzeitig zu erkennen. Typische Warnzeichen wie Zittern, Schwindel, Schwäche oder starke Müdigkeit sollten ernst genommen werden.

Bei einer deutlichen Unterzuckerung oder stark erhöhten Blutzuckerwerten gilt: Das Fasten sofort beenden und entsprechend handeln. Weitere Informationen, wie Sie im Notfall bei Diabetes richtig handeln, finden Sie hier.

 

Sicherheit geht vor

Auch Menschen mit Diabetes können den Ramadan bewusst und verantwortungsvoll gestalten. Eine gute Vorbereitung, fachliche Begleitung und eine achtsame Umsetzung helfen dabei, Risiken zu reduzieren. Wer unsicher ist oder Beschwerden entwickelt, sollte das Fasten unterbrechen und ärztlichen Rat einholen.

Weiterführende Informationen und praktische Tipps rund um das Thema Diabetes und Ramadan erhalten Sie in unserem Hintergrundartikel.

 

Quelle:

International Diabetes Federation et al.: Diabetes and Ramadan: Practical Guidelines. 2021, Brüssel