Eine schwangere Frau steht in einem Sportraum mit einer Yogamatte unter dem Arm.

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Körperliche Aktivität

Schwangerschaftsdiabetes erfolgreich vermeiden durch Sport während der Schwangerschaft

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Yanislava Karusheva

Frauen, die bis zur 20. Woche ihrer Schwangerschaft anfangen regelmäßig Sport zu treiben, können ihr Risiko einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) zu entwickeln deutlich senken. Das zeigt eine Metaanalyse von 11 Studien mit circa 1.500 Teilnehmerinnen.

Immer mehr Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes

Die Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Schwangerschaftsdiabetes sind Übergewicht beziehungsweise starkes Übergewicht (Fettleibigkeit oder Adipositas) und eine genetische Veranlagung. Durch das häufigere Auftreten von Übergewicht, ist auch die Häufigkeit von Schwangerschaftsdiabetes in den letzten Jahren angestiegen. Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die erstmals während der Schwangerschaft auftritt. In der Regel verschwindet die Stoffwechselstörung nach der Geburt des Kindes wieder. Allerdings haben die Frauen ein erhöhtes Risiko im späteren Verlauf ihres Lebens an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Da ein Schwangerschaftsdiabetes sowohl für die werdende Mutter als auch für das Neugeborene gesundheitliche Risiken birgt, wird nach Maßnahmen geforscht, die die Erkrankung verhindern können. Ziel dieser Metaanalyse war es, die Effektivität von Bewegungsprogrammen zur Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes, die vor der 20. Schwangerschaftswoche starten, bei Frauen mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes zu untersuchen.

Deutlichere Ergebnisse mit der Unterstützung von einer Gesundheitseinrichtung

Die Analyse ergab, dass das Risiko an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken deutlich niedriger war, wenn die Schwangeren ein Bewegungsprogramm in einer Gesundheitseinrichtung absolvierten. Hingegen reicht die aktuelle Studienlage nicht aus, um einen Effekt auf das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes nachzuweisen, wenn die Intervention nicht in einer Gesundheitseinrichtung durchgeführt wurde.

Mit Bewegung frühzeitig Vorbeugen

Die Ergebnisse bestätigen die positiven Auswirkungen von körperlicher Aktivität: Frauen mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, die vor der 20. Schwangerschaftswoche mit einem Bewegungsprogramm in einer Gesundheitseinrichtung angefangen haben, konnten ihr Risiko einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln deutlich reduzieren.


Quelle:
Doi, S. A. R. et al.: Physical activity in pregnancy prevents gestational diabetes: A meta-analysis. In: Diabetes Res Clin Pract, 2020, 168: 108371