Schwangere Frau umfasst mit ihren Händen ihren Bauch

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Diabetes-Risiko

Schwangerschaftsdiabetes erhöht das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes

Wissenschaftliche Unterstützung: Yanislava Karusheva

Frauen, die während ihrer Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, scheinen ein fast 10-fach höheres Risiko für die spätere Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zu haben als Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes. Zu diesem Ergebnis kommen britische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihrer aktuellen Arbeit 20 verschiedene Studien auswerteten.

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die erstmals während der Schwangerschaft auftritt. In der Regel verschwindet die Stoffwechselstörung nach der Geburt des Kindes wieder. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann dies zu Risiken bei Mutter und Kind führen. Durch einen sogenannten Blutzuckersuchtest (Glukosetoleranztest) kann die Erkrankung jedoch frühzeitig erkannt und anschließend behandelt werden.

Immer mehr Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes

Bei knapp 6 Prozent aller Schwangeren tritt ein Schwangerschaftsdiabetes auf. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes weltweit angestiegen. Mögliche Gründe dafür können das höhere Alter schwangerer Frauen sowie auch das häufigere Vorliegen von Übergewicht bei werdenden Müttern sein. Zusätzlich hat sich die Diagnostik des Schwangerschaftsdiabetes verbessert.

Typ-2-Diabetes-Risiko stark erhöht

Die Auswertung der Studien ergab, dass Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes im Vergleich zu Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes ein 10-fach erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes aufweisen. Dieses Ergebnis verdeutlicht die Wichtigkeit von regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen nach Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes sowie der frühzeitige Beginn von Vorbeugungsmaßnahmen, um die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.

Fazit: Nachsorge nach Schwangerschaftsdiabetes besonders wichtig

Schwangerschaftsdiabetes scheint das Risiko für die spätere Entwicklung eines Typ-2-Diabetes deutlich zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund sollten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bestehende Nachsorgeangebote annehmen und versuchen ihren Lebensstil anzupassen. Durch eine frühzeitige Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils kann der Krankheit vorgebeugt werden.

Hilfreiche Tipps für eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung finden Sie unter www.diabinfo.de/vorbeugen/.
 

Quelle:
Vounzoulaki, E. et al.: Progression to type 2 diabetes in women with a known history of gestational diabetes: systematic review and meta-analysis. In: BMJ, 2020, 369: m1361