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Folgeerkrankungen

Schwangerschaftsdiabetes und Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In einer kürzlich veröffentlichten Studie aus Dänemark beobachteten Forschende über 1 Millionen Mütter. Sie untersuchten die Zusammenhänge zwischen Schwangerschaftsdiabetes und späteren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems unter Beachtung von Umwelt- und Familienfaktoren sowie der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes.

 

Schwangerschaftsdiabetes steigert Risiko für Langzeitfolgen

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Stoffwechselstörung, die erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wird. Hierbei sind die mütterlichen Blutzuckerwerte erhöht. Eine Erhöhung für längere Zeit birgt Risiken für Mutter und Kind. Nach der Geburt des Kindes normalisieren sich die Blutzuckerwerte der Mutter in der Regel wieder und der Diabetes verschwindet. Dennoch haben Frauen, die einmal an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt waren, anschließend ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krankheiten. So zeigen Studien erhöhte Risiken für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes, des metabolischen Syndroms, der chronischen Niereninsuffizienz und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Über 1 Millionen Mütter wurden bis zu 39 Jahre lang beobachtet

In einer kürzlich veröffentlichten Studie aus Dänemark wurden die Zusammenhänge zwischen Schwangerschaftsdiabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Auch verschiedene Umwelt- und Familienfaktoren sowie das spätere Auftreten von Typ-2-Diabetes flossen in die Analysen ein.

Ausgewertet wurden die Daten von 1.002.486 Frauen aus Dänemark, die zwischen 1978 und 2016 ihr erstes Kind zur Welt brachten. Sie wurden ab der ersten Geburt bis zu dem Auftreten einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, des Todes, der Auswanderung oder bis Ende des Jahres 2016 beobachtet – je nachdem, was zuerst eintrat. Der Gesundheitszustand der Frauen wurde schließlich bis zu 39 Jahren nachbeobachtet.

 

Um 40 Prozent erhöhtes Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Schwangerschaftsdiabetes

Von den 1.002.486 Frauen hatten 21.353 (2,1 Prozent) einen Schwangerschaftsdiabetes in der Vorgeschichte. Der Anteil der Frauen mit der Stoffwechselstörung stieg im Laufe der Zeit und erreichte zwischen 2011 und 2016 3,1 Prozent.

Folgende Ergebnisse stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest:

  • In der Nachbeobachtungszeit wurden 14,1 Prozent (3.015) der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes und späteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert, während lediglich 1,2 Prozent (18.205) der Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes eine solche Diagnose erhielten.
    Das Gesamtrisiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen war also bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes im Vergleich zu Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes um 40 Prozent erhöht.
  • Die erhöhten Risiken wurden auch für spezifische Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen mit vorhergehendem Schwangerschaftsdiabetes beobachtet: So wurde ein um 65 Prozent erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall festgestellt und ein mehr als doppeltes Risiko für einen Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, periphere arterielle Verschlusskrankheit und für eine Bypass- beziehungsweise Stent-Operation.
  • Auch in dieser Studie wurde nachgewiesen, dass Frauen mit vorhergehendem Schwangerschaftsdiabetes ein erhöhtes Risiko für die spätere Diagnose eines Typ-2-Diabetes aufweisen und das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Personen mit Typ-2-Diabetes erhöht ist.
  • Die erhöhten Gesamtrisiken waren ausgeprägter bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, die vor der Schwangerschaft übergewichtig waren und/oder deren Mutter bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen.

 

Ein gesunder Lebensstil ist entscheidend

Die beschriebene Studie legt nahe, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Frauen erhöht ist, die in der Vorgeschichte Schwangerschaftsdiabetes hatten. Leider können auch viele weitere Krankheiten mit zu hohen Blutzuckerwerten einhergehen. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, solchen Folgeerkrankungen frühzeitig gegenzusteuern. Sie selbst können viel tun, um gesund zu bleiben. Im Mittelpunkt steht hierbei ein gesunder Lebensstil. Dies trägt auch maßgeblich dazu bei, das Risiko für einen Typ-2-Diabetes zu senken.

In unserem Portal „Diabetes vorbeugen“ können Sie sich zu einem gesunden Lebensstil informieren. Dort finden Sie unter anderem Antworten auf die Fragen, wie sich Ta­bak, Bier und Wein auf das Diabetes-Risiko auswirken können, sowie Entspannungstipps und Information zur gesunden Ernährung und Bewegung.

Wenn Sie mehr über die Risiken für die Mutter durch den Schwangerschaftsdiabetes erfahren wollen, finden Sie in diesem Beitrag wertvolle Informationen.

 

Quelle:

Yu, Y. et al.: Gestational Diabetes Mellitus and the Risks of Overall and Type-Specific Cardiovascular Diseases: A Population- and Sibling-Matched Cohort Study. In: Diabetes care, 2022, 45: 151–159