Hand, die ein Smartphone bedient

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Diabetes im Alltag

Smartphone-Apps helfen beim Diabetes-Monitoring

Wissenschaftliche Unterstützung: PD Dr. Martin Füchtenbusch

Einmal auf dem Smartphone installiert, helfen Diabetes-Apps alle Gesundheitswerte im Blick zu behalten – das zumindest versprechen die Entwickler. Eine wissenschaftliche Studie zeigt jetzt: Diabetes-Apps haben das Potenzial, das eigenständige Gesundheitsmanagement zu verbessern und einen gesünderen Lebensstil zu fördern.

Mit Diabetes-Apps lässt sich der Alltag leichter regeln: Die digitalen Tagebücher registrieren beispielweise Blutzucker-Werte, Insuline-Gaben, Mahlzeiten, Medikamente und Bewegung. Manche erinnern den Nutzer auch an überfällige Messungen, liefern Informationen über die Krankheit und geben Tipps zur Prävention von Komplikationen. Ein internationales Forscherteam hat jetzt untersucht, ob Nutzerinnen und Nutzer der Apps besser auf Ihre Gesundheit achten als Menschen ohne digitale Unterstützung. Dabei schnitten App-User vor allem bei der Blutzucker-Kontrolle, bei der Ernährung und bei körperlicher Bewegung besser ab als die Vergleichsgruppe ohne Smartphone-Unterstützung.

Alle Teilnehmenden waren über Facebook oder Diabetes-Patienten-Foren auf die Internet-basierte Studie aufmerksam geworden und hatten sich bereit erklärt, einen Fragenkatalog zu beantworten. Anders als bisherige Untersuchungen, die in Kliniken durchgeführt worden waren, erfasst die Studie damit Menschen mit Diabetes, welche die Apps im Alltag einsetzen. Fast 2.000 Freiwillige haben an der Studie teilgenommen – rund zwei Drittel davon waren Männer und Frauen mit Typ-1-Diabetes, ein Drittel mit Typ-2-Diabetes. Etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer benutzten zum Zeitpunkt der Befragung eine Diabetes-App – insgesamt wurden 145 verschiedene Apps verwendet.

Bei der Auswertung der Antworten wurden in 5 Kategorien Punkte vergeben: Blutzucker-Management, Ernährung, körperliche Aktivität, Fußpflege und Rauchen. Aus den Einzelwerten wurde dann die Gesamtpunktzahl ermittelt, die anzeigt, wie gut das eigenverantwortliches Gesundheitsmanagement ist.

Apps können das eigenverantwortliche Gesundheitsmanagement stärken

Das Ergebnis: Apps verbesserten bei Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes – unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildung – die Fähigkeiten zur Selbsthilfe. Vor allem beim Glukose-Monitoring, beim Einhalten von Empfehlungen für Ernährung und für körperliche Aktivität waren App-User deutlich erfolgreicher.

Die Autoren schließen aus diesen Ergebnissen, dass sich Apps eignen, um das Selbst-Management von Diabetes zu verbessern und einen gesünderen Lebensstil zu entwickeln.


Quelle:
Kebede, M. M. et al.: Popular Diabetes Apps and the Impact of Diabetes App Use on Self-Care Behaviour: A Survey Among the Digital Community of Persons With Diabetes on Social Media. In: Front Endocrinol (Lausanne), 2019, 10: 135