Automatische Insulinanpassung im Alltag
Hybride Closed-Loop-Systeme werden auch als Systeme zur automatisierten Insulindosierung (AID-Systeme) bezeichnet. Diese Geräte kombinieren ein kontinuierliches Glukosemesssystem (CGM-System) mit einer Insulinpumpe. Sie messen den Gewebezuckerspiegel fortlaufend. Ein Algorithmus berechnet zudem, wie viel Insulin benötigt wird, und das System gibt es über die Pumpe ab. Nutzerinnen und Nutzer müssen in der Regel nur noch bestimmte Eingaben selbst vornehmen, etwa die Kohlenhydratmenge bei Mahlzeiten.
Mehr Zeit im Zielbereich
Forschende untersuchten in der CIRCUIT-Studie 94 schwangere Frauen mit Typ-1-Diabetes in Kanada und Australien. Die Teilnehmerinnen nutzten entweder ein hybrides Closed-Loop-System oder eine Therapie mit Insulinpumpe beziehungsweise Insulininjektionen und CGM-System. Die Schwangeren waren im Durchschnitt 31,7 Jahre alt und lebten im Median seit 20,4 Jahren mit Diabetes.
Zwischen der 16. und 34. Schwangerschaftswoche lagen die Glukosewerte bei den Frauen mit hybridem Closed-Loop-System im Durchschnitt zu 65,4 Prozent im für Schwangere bei Nutzung eines solchen Systems empfohlenen Zielbereich. Dieser liegt zwischen 63 und 140 mg/dl (3,5 bis 7,7 mmol/l). In der Vergleichsgruppe erreichten die Frauen zu 50,3 Prozent den Zielbereich. Auch der Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c), der den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten 8 bis 12 Wochen abbildet, war in der Closed-Loop-Gruppe niedriger.
Entlastung im Alltag – Betreuung bleibt wichtig
Neben der verbesserten Blutzuckereinstellung bewerteten die Teilnehmerinnen mit hybridem Closed-Loop-System ihre Therapie insgesamt positiver als die Frauen in der Vergleichsgruppe. Auch ihre Schlafqualität war besser.
Gleichzeitig traten in beiden Gruppen einzelne Komplikationen auf. In der Closed-Loop-Gruppe kam es während der Schwangerschaft zu einer schweren Unterzuckerung sowie zu 2 Fällen einer diabetischen Ketoazidose. In der Vergleichsgruppe trat 1 diabetische Ketoazidose auf. Obwohl es insgesamt nur wenige Vorfälle gab, zeigen sie, dass auch bei automatisierten Systemen eine sorgfältige Betreuung weiterhin notwendig ist.
Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass hybride Closed-Loop-Systeme die Blutzuckerkontrolle in der Schwangerschaft bei Frauen mit Typ-1-Diabetes verbessern können. Ob die Ergebnisse auf Frauen mit anderen Diabetesformen übertragbar sind, müssen weitere Studien klären.
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Quellen:
Deutsche Diabetes Gesellschaft et al.: S2e-Leitlinie Diabetes in der Schwangerschaft. Version 3.0. 2021
Deutsches Ärzteblatt: Hybrid-Closed-Loop-System verbessert Blutzuckerkontrolle in der Schwangerschaft. (Letzter Abruf: 31.03.2026)
Donovan, L. E. et al.: Closed-Loop Insulin Delivery in Typ 1 Diabetes in Pregnancy. In: Jama, 2025, 334: 2176-2185



