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Stress aktiviert Signalweg zwischen Gehirn und Leber und erhöht die Blutglukose

Stress beeinflusst den Stoffwechsel. Der Körper stellt in kurzer Zeit zusätzliche Energie bereit, um auf eine belastende Situation reagieren zu können. Dies geht mit einem Anstieg der Blutglukose einher. Bisher galt vor allem das Zusammenspiel von Stresshormonen wie Adrenalin oder Kortisol als Erklärung. Eine aktuelle Studie zeigt, dass auch Nervenverbindungen zwischen dem Gehirn und der Leber eine wichtige Rolle spielen könnten.

 

Die Rolle der Amygdala

Die Amygdala, auch Mandelkern genannt, ist eine kleine Region im Gehirn, die unter anderem an der Verarbeitung von Emotionen wie Angst oder Stress beteiligt ist. Sie beeinflusst, wie der Körper auf belastende Situationen reagiert. Die Amygdala ist über verschiedene Bereiche im Gehirn mit dem Körper verbunden. Dazu gehören der Hypothalamus und das sympathische Nervensystem, das den Körper in Stresssituationen aktiviert.

 

Wie beeinflusst Stress die Blutglukose?

Forschende untersuchten, wie sich akuter Stress auf die Blutglukose auswirkt. Dafür setzten sie Mäusen körperlichem oder sozialem Stress aus und beobachteten die Blutglukosewerte und die Aktivität bestimmter Nervenzellen in der Amygdala. Sie verfolgten die beteiligten Nervenbahnen und untersuchten, wie die Signale weitergeleitet werden. Anschließend aktivierten oder blockierten sie gezielt diese Nervenzellen und beobachteten die Auswirkungen auf die Blutglukose, die Leberaktivität und die hormonelle Stressreaktion.

 

Blutglukose steigt unabhängig von Stresshormonen

Bereits wenige Sekunden nach Beginn einer Stresssituation wurden bestimmte Nervenzellen in der Amygdala aktiv. Kurz darauf stieg der Blutglukosespiegel der Tiere an. Die Aktivität dieser Nervenzellen beeinflusste die Blutglukoseregulation über die Leber. Wurden diese Zellen künstlich aktiviert, erhöhte sich die Blutglukose auch ohne Stress. Wurden sie blockiert, fiel der typische Stressanstieg deutlich geringer aus.

Die Studie zeigte außerdem, dass dieser Mechanismus unabhängig von Stresshormonen wie Kortisol abläuft. Selbst wenn die Bildung solcher Hormone unterdrückt wurde, produzierte die Leber weiterhin verstärkt Glukose und stellte damit zusätzliche Energie bereit.

 

Wiederholter Stress verändert die Reaktion

In weiteren Untersuchungen zeigte sich eine veränderte Stressreaktion bei wiederholter Belastung. Wenn die Tiere mehrfach Stress ausgesetzt waren, reagierten die Nervenzellen in der Amygdala weniger stark und die Blutglukoseregulation der Tiere verschlechterte sich.

 

Stress aktiviert einen spezifischen Nervenweg

Die Studienergebnisse zeigen, wie eng Gehirn und Leber bei Stress miteinander verknüpft sind. Die Signale aus der Amygdala werden über mehrere Nervenbahnen an verschiedene Bereiche im Gehirn und dann zur Leber weitergeleitet. Dieser neu entdeckte Signalweg funktioniert weitgehend unabhängig von bekannten Stresshormonen und ermöglicht es dem Körper, innerhalb kurzer Zeit zusätzliche Energie bereitzustellen. Wenn Stress jedoch häufig auftritt, kann dieses System aus dem Gleichgewicht geraten. Dies könnte erklären, warum dauerhafter Stress langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht.

Die Untersuchungen fanden ausschließlich an Mäusen statt. Weitere Studien sind nötig, um zu klären, ob diese Erkenntnisse auch auf den Menschen übertragen werden können..

 

Quellen:

Carty, J. R. E. et al.: Amygdala-liver signalling orchestrates glycaemic responses to stress. In: Nature, 2025, 646: 696-706

Deutsches Ärzteblatt: Stress: Spezielle Verbindung von Gehirn und Leber lässt Blutzucker ansteigen. (Letzter Abruf: 24.11.2025)