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Beeinflusst Diabetes die Regulierung des Herz-Kreislauf-Systems?

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Alexander Strom, Prof. Dr. Dan Ziegler

Schon im frühen Verlauf des Typ-2-Diabetes scheint der Baroreflex, ein Mechanismus der das Zusammenspiel von Blutdruck und Herz steuert, nicht mehr richtig zu funktionieren. Das macht das Herz anfällig für Komplikationen.

Eine Analyse von Personen mit neu diagnostiziertem Diabetes (in den letzten 12 Monaten) aus der Deutschen Diabetes-Studie (GDS) hat gezeigt, dass bei Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes bestimmte Parameter des Baroreflexes bereits kürzlich nach der Diagnose des Diabetes gestört sind. Bei Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes zeigten sich dagegen keine Störungen des Baroreflexes.

Baroreflex schützt Herz und Gefäße

Die sogenannten Barorezeptoren befinden sich in der Wand der Blutgefäße und registrieren Blutdruckveränderungen. Steigt der Blutdruck, steuert der Baroreflex gegen: Er senkt die Herzfrequenz und dehnt die Gefäße aus. Nimmt die Empfindlichkeit dieser Rezeptoren ab, droht das Herz-Kreislauf-System aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Das Forschungsteam hat untersucht, inwiefern der Baroreflex im frühen Stadium einer Diabetes-Erkrankung bereits beeinträchtigt ist. Um die Empfindlichkeit des Reflexes zu messen, wurden bei 206 Personen mit neu diagnostiziertem Typ-1- und 381 Personen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes sowie insgesamt 148 Kontrollpersonen ohne Diabetes vergleichbaren Alters und Geschlechts über 10 Minuten kontinuierliche Blutdruck- und Herzfrequenzmessungen durchgeführt.

Frühe Gefahr für das Herz-Kreislauf-System

Bei den Teilnehmenden mit kürzlich diagnostiziertem Typ-2-Diabetes stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Beeinträchtigungen in 3 von 8 gemessenen Komponenten des Baroreflex-Regulierungssystems fest. Bei Typ-1-Diabetes war der Mechanismus hingegen nicht beeinträchtigt. Nach einer Beobachtungszeit von 5 Jahren verschlechterte sich der Regulationsmechanismus bei beiden Diabetesformen. Diese Entwicklung entspricht jedoch der normalen Abnahme durch den Alterungsprozess.

Blutzuckerschwankungen stören den Baroreflex

Da der Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c-Wert) bei den Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes mit 6,5 Prozent (47,5 mmol/mol) nur leicht über dem von Menschen ohne Diabetes lag, kam das Forschungsteam zu dem Schluss, dass schon leicht erhöhte Blutzuckerwerte in der Diabetes-Frühphase messbare Funktionseinschränkungen im Baroreflex-Regelsystem auslösen können. Abhilfe schaffen könnte regelmäßige Bewegung und sportliche Betätigung, für die in Studien positive Auswirkungen auf die Insulinempfindlichkeit und den Baroreflex nachgewiesen werden konnte.


Quelle:
Kück, J. L. et al.: Impairment in baroreflex sensitivity in recent-onset type 2 diabetes without progression over 5 years. In: Diabetes, 2020 [Epub ahead of print]