Bluthochdruck ist weit verbreitet: In Deutschland hat etwa jeder 3. Erwachsene einen ärztlich diagnostizierten Bluthochdruck. Fachleute sprechen von Bluthochdruck oder einer Hypertonie, wenn der Blutdruck über einen Wert von 140/90 mmHg erhöht ist.
Bluthochdruck erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt die Blutgefäße und kann die Entstehung von Arteriosklerose fördern. Dabei verengen sich die Blutgefäße, sodass die Organe schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können. Das erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ein gesunder Lebensstil kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Weniger gut untersucht ist bisher, ob dies auch für Menschen mit bestehendem Bluthochdruck gilt.
5 Faktoren für einen gesunden Lebensstil untersucht
Ein Forschungsteam aus den USA hat untersucht, wie sich der Lebensstil bei Menschen mit Bluthochdruck auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes auswirkt. Dafür werteten die Forschenden Daten aus 2 großen Langzeitstudien mit 25.820 Teilnehmenden aus, bei denen im Verlauf der Studien erstmals ein Bluthochdruck festgestellt wurde. Etwa drei Viertel der Teilnehmenden waren Frauen. Über einen Zeitraum von rund 24 Jahren wurden die Teilnehmenden regelmäßig zu vorliegenden Erkrankungen, ihrem Lebensstil und ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.
Die Forschenden definierten einen gesunden Lebensstil anhand der folgenden 5 Faktoren:
- Eine ausgewogene Ernährung,
- mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche,
- Normalgewicht,
- der Verzicht auf Tabakrauchen sowie
- kein oder nur ein moderater Alkoholkonsum von maximal 30 Gramm Alkohol pro Tag für Männer und 15 Gramm pro Tag für Frauen.
Für jeden erfüllten Faktor vergaben die Forschenden einen Punkt. Daraus ergab sich ein Lebensstil-Score von 0 bis 5 Punkten. Anschließend untersuchten sie, wie dieser Score vor und nach der Bluthochdruck-Diagnose mit dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes zusammenhängt.
Gesunder Lebensstil lohnt sich auch bei Bluthochdruck
Menschen mit dem höchsten Lebensstil-Score von 5 Punkten hatten ein deutlich geringeres Erkrankungsrisiko als Personen, die keines oder nur eines der 5 Kriterien erfüllten: Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen war um 51 Prozent niedriger und das Risiko für Typ-2-Diabetes fiel um 79 Prozent geringer aus. Bei 40-jährigen Personen mit dem gesündesten Lebensstil lag die geschätzte Lebenserwartung 8,2 Jahre höher als bei Gleichaltrigen mit einem Lebensstil-Score von 0 bis 1 Punkten.
Auch Lebensstilveränderungen nach der Bluthochdruck-Diagnose spielten eine Rolle. Teilnehmende, die ihren Lebensstil deutlich verbesserten – von einem Lebensstil-Score von 0 bis 3 auf einen Score von 4 bis 5 Punkten – hatten ein um 12 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein um 44 Prozent geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes als Personen mit dauerhaft ungünstigem Lebensstil.
Dieser Zusammenhang zeigte sich unabhängig davon, ob die Teilnehmenden blutdrucksenkende Medikamente einnahmen.
Lebensstil als wichtiger Bestandteil der Behandlung
Die Ergebnisse zeigen, dass ein gesunder Lebensstil auch bei bestehendem Bluthochdruck einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes leisten kann.
Da es sich um Beobachtungsstudien handelt und überwiegend Gesundheitsfachkräfte an den Studien teilnahmen, sind weitere Studien nötig, um die Zusammenhänge genauer zu untersuchen.
Auf diabinfo.de finden Sie hilfreiche Informationen und praktische Tipps, wie Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen, Übergewicht langfristig reduzieren, mit dem Rauchen aufhören, auf Alkohol verzichten und sich ausgewogen ernähren können.
Quellen:
Deutsches Ärzteblatt: Gesunder Lebensstil schützt auch bei Hypertonie vor Herz-Kreislauf-Ereignis und Typ-2-Diabetes. (Letzter Abruf: 04.05.2026)
Neuhauser, H. et al.: 12-Monats-Prävalenz von Bluthochdruck in Deutschland. In: J Health Monit, 2017, 2: 51-57
Qiu, Z. et al.: Adherence to healthy lifestyle and risk of cardiometabolic diseases in individuals with hypertension. In: JAMA Netw Open, 2026, 9: e260937



