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Adipositas

Taillenumfang zeigt Krebsrisiko bei Männern besser an als der BMI

Übergewicht erhöht das Risiko für verschiedene Krebsarten. Eine Analyse von Gesundheitsdaten von fast 340.000 Personen hat nun gezeigt: Bei Männern lässt sich das Risiko für übergewichtsbedingte Krebserkrankungen genauer über den Taillenumfang einschätzen als über den Body-Mass-Index (BMI). Bei Frauen war dieser Unterschied nicht zu beobachten.

 

Bauchfett spielt eine Schlüsselrolle 

Der BMI wird anhand der Körpergröße und dem Körpergewicht berechnet und ist ein gängiges Maß zur Beurteilung von Übergewicht. Die Verteilung des Körperfettes wird bei der BMI-Berechnung jedoch nicht berücksichtigt.  

Der Taillenumfang dagegen gibt Hinweise auf das sogenannte abdominale Fett – also das Körperfett, das sich im Bauchraum um die inneren Organe anlagert. Dieses Fett gilt als besonders gesundheitsschädlich, da es mit Stoffwechselstörungen, Entzündungsprozessen und erhöhten Blutfettwerten in Verbindung gebracht wird. 

Die Auswertung der Gesundheitsdaten von rund 340.000 Personen ergab: Bei Männern war ein um rund 11 Zentimeter größerer Taillenumfang mit einem um 25 Prozent höheren Krebsrisiko verbunden. Dagegen erhöhte ein vergleichbarer Anstieg des BMI das Risiko für eine Krebserkrankung nur um 19 Prozent. 

 

Unterschiede zwischen Männern und Frauen 

Bei Frauen war der Zusammenhang zwischen Taillenumfang, BMI und Krebsrisiko ähnlich. Allerdings ließ sich bei Frauen kein Unterschied in der Beurteilung des Taillenumfangs oder des BMI feststellen: Sowohl ein größerer Taillenumfang als auch ein höherer BMI gingen jeweils mit einem um 13 Prozent erhöhten Krebsrisiko einher. 

Ein möglicher Grund für die Unterschiede: Männer neigen eher dazu, Fett im Bauchraum einzulagern. Frauen speichern Fett dagegen häufiger unter der Haut oder an Hüfte und Oberschenkeln. Deshalb liefert der Taillenumfang bei Männern möglicherweise zusätzliche Informationen über das Krebsrisiko, bei Frauen jedoch nicht. 

 

Hintergrund zur Studie 

Die Daten stammen aus mehreren schwedischen Bevölkerungsstudien, die über fast 4 Jahrzehnte erhoben wurden. Während einer mittleren Beobachtungszeit von 14 Jahren traten mehr als 18.000 übergewichtsbedingte Krebserkrankungen auf. Dazu zählen unter anderem Krebsarten an Speiseröhre, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Brust, Gebärmutter, Niere und Schilddrüse. 

 

Quellen: 

Medizinische Universität Innsbruck: Taillenumfang ist bei Männern noch aussagekräftiger für übergewichtsbedingtes Krebsrisiko als der BMI. Pressemitteilung vom 13.05.2025

Sun, M. et al.: Comparing waist circumference with body mass index on obesity-related cancer risk: a pooled Swedish study. In: J Natl Cancer Inst, 2025, 117: 1999-2009