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Nationale Krebspräventionswoche

Übergewicht und Krebs: Zusammenhang möglicherweise höher als bisher angenommen

Übergewicht und Adipositas könnten bei der Entstehung von Krebs eine größere Rolle spielen als bislang angenommen. Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass mehr als jede 10. Krebserkrankung mit einem erhöhten Körpergewicht zusammenhängen könnte.

 

Daten von mehr als 450.000 Personen ausgewertet 

Forschende werteten Gesundheitsdaten von 458.543 Frauen und Männern aus der britischen UK Biobank aus. Die Teilnehmenden wurden im Median fast 12 Jahre lang beobachtet. In diesem Zeitraum traten mehr als 50.000 neue Krebserkrankungen auf. 

Bisherige Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass etwa 2 bis 8 Prozent aller Krebserkrankungen auf Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas) zurückzuführen sind. In der aktuellen Analyse berücksichtigten die Forschenden neben dem Body-Mass-Index (BMI) weitere Maße und mögliche Verzerrungen. Dadurch stieg der geschätzte Anteil der mit Übergewicht verbundenen Krebsfälle von rund 5,5 Prozent auf bis zu 11,5 Prozent und war bei Frauen höher als bei Männern. Auch bei Erwachsenen unter 60 Jahren fiel dieser Anteil tendenziell höher aus. 

 

BMI bildet die Fettverteilung nicht ab 

Der BMI wird aus dem Körpergewicht und der Körpergröße berechnet. Er ist ein häufig verwendetes Maß zur Einordnung des Körpergewichts, unterscheidet jedoch nicht zwischen Fett- und Muskelmasse. Zudem berücksichtigt er nicht, an welchen Stellen sich Fett im Körper ansammelt. 

Insbesondere das Fett im Bauchraum gilt als stoffwechselaktiv. Es wird unter anderem mit Entzündungsprozessen in Verbindung gebracht, die eine Krebsentstehung begünstigen können. Die Forschenden bezogen deshalb auch den Taillenumfang und das Verhältnis von Taille zu Hüfte in ihre Berechnungen ein. Diese Maße zeigten in der Studie stärkere Zusammenhänge mit dem Krebsrisiko als der BMI allein. Insgesamt wird das Körpergewicht von biologischen, psychischen, sozialen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst. 

 

Unbemerkte Tumore können das Körpergewicht beeinflussen 

Eine weitere Schwierigkeit bei der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Körpergewicht und Krebs: Manche Tumore führen bereits mehrere Jahre vor ihrer Diagnose zu einer unbeabsichtigten Gewichtsabnahme. Erkrankte Personen können dadurch zu Beginn einer Studie bereits ein niedrigeres Körpergewicht aufweisen. Der Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko erscheint dadurch möglicherweise geringer, als er tatsächlich ist. 

Um diese Verzerrung zu reduzieren, ließen die Forschenden schrittweise Krebserkrankungen unberücksichtigt, die in den ersten Jahren nach Studienbeginn diagnostiziert wurden. Dadurch vergrößerte sich der zeitliche Abstand zwischen der Messung der Körpermaße und der Krebsdiagnose.  

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Sie kann Zusammenhänge aufzeigen, aber nicht belegen, dass das erhöhte Körpergewicht die jeweilige Krebserkrankung verursacht hat. Weitere Studien sind nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen. 

 

Krebs vorbeugen und früh erkennen 

Übergewicht und Adipositas zählen ebenso wie Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für Krebs. Ein gesundheitsförderlicher Lebensstil kann dazu beitragen, das persönliche Erkrankungsrisiko zu senken. Ein vollständiger Schutz vor Krebs ist dadurch jedoch nicht möglich. 

Die nationale Krebspräventionswoche findet vom 21. bis 27. September 2026 statt und legt unter dem Motto „Lass mal checken“ einen besonderen Schwerpunkt auf die gesetzliche Krebsfrüherkennung. Früherkennungsuntersuchungen können dazu beitragen, bestimmte Krebserkrankungen oder deren Vorstufen frühzeitig zu entdecken und dadurch die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. 

Vom 21. bis 25. September 2026 finden täglich von 12:00 bis 12:45 Uhr kostenlose Online-Vorträge zu den gesetzlichen Früherkennungsangeboten statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.  

Weitere Informationen bietet die Webseite der Nationalen Krebspräventionswoche. 

 

Quellen: 

Adhikari, L. K. et al.: Excess Weight May Account for More Than 10% of All Cancers: The Underestimated Impact of the Obesity Epidemic. In: Cancer Commun (Lond), 2026, 46: 0040 

Bundeszentrum für Ernährung: Übergewicht und Krebsrisiko. (Letzter Abruf: 07.09.2026) 

Deutsches Krebsforschungszentrum: Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko möglicherweise deutlich unterschätzt. Pressemitteilung vom 16.07.2026 

Nationale Krebspräventionswoche: Lass mal checken – Krebsfrüherkennung. (Letzter Abruf: 07.09.2026)