Auf einem Tisch stehen verschiedene Gläser mit Alkohol.

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Alkohol – ein Typ-2-Diabetes-Risiko?

In jedem Jahr beginnt am Aschermittwoch die Fastenzeit. Viele Menschen nutzen die Zeit bis Ostern, um auf bestimmte Lebensmittel wie Süßigkeiten, Fast Food, Softgetränke und/oder Alkohol zu verzichten beziehungsweise ihren Verzehr einzuschränken. Andere wiederum versuchen zum Beispiel die Zeit am Handy oder vor dem Fernseher zu reduzieren oder auf bestimmte Gewohnheiten zu verzichten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nutzt die Fastenzeit, um jährlich zu einem 6-wöchigen Alkoholfasten aufzurufen.

Wie wirkt sich Alkohol auf die Gesundheit aus?

Die Frage, wie ein niedriger bis mäßiger Alkoholkonsum sich auf die Entstehung eines Typ-2-Diabetes auswirkt, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Laut einigen Studien scheint der Verzehr von Alkohol in geringen Mengen das Risiko für Typ-2-Diabetes sogar leicht zu senken. Untersuchungen zeigen, dass das am ehesten auf das Trinken von Wein zutrifft, am wenigsten auf den Konsum von Spirituosen. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um den Zusammenhang abschließend zu klären.

Generell gibt aber für alle Menschen – egal ob ein erhöhtes Diabetes-Risiko oder eine Diabetes-Erkrankung vorliegt oder nicht: Wenn überhaupt sollte Alkohol nur in Maßen konsumiert werden. Alkohol ist ein Zellgift und wird im Körper von der Leber abgebaut.

Zudem ist bekannt, dass starker Alkoholkonsum das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht. Grund dafür ist zum einen, dass regelmäßiger und/oder hoher Alkoholkonsum zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen kann. Dies kann wiederum sowohl die Entwicklung von Typ-2-Diabetes als auch Bauchspeicheldrüsenkrebs begünstigen. Zum anderen enthalten alkoholische Getränke viele Kalorien und können daher zu einer Gewichtszunahme beitragen. Übergewicht und speziell starkes Übergewicht (Adipositas) ist eng verknüpft mit dem Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Neben dem Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht starker Alkoholkonsum auch das Risiko für andere Erkrankungen wie beispielsweise Leberzirrhose, verschiedene Krebsarten und Bluthochdruck, und kann das Gehirn irreversibel schädigen.

Empfehlungen für einen risikoarmen Konsum

Um das Risiko gering zu halten, empfiehlt die BZgA für Frauen nicht mehr als 1 Standardglas pro Tag, für Männer maximal das Doppelte. 1 Standardglas entspricht etwa 0,25 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein. Zusätzlich sollten Männern und Frauen auch bei einem risikoarmen Konsum an mindestens 2 Tagen pro Woche keinen Alkohol trinken.

Fastenaktion 2021

Unter dem Motto "Kannst du ohne?" findet vom 17. Februar bis 1. April 2021 die diesjährige Fastenaktion des unabhängigen Informationsportals „Kenn dein Limit“ der BZgA statt. Die Aktion bietet Gelegenheit die eigenen Trinkgewohnheiten zu hinterfragen und die Gewohnheit eines regelmäßigen Konsums abzulegen. Unter https://www.kenn-dein-limit.de/handeln/fastenaktion/ finden Sie hilfreiche Tipps zum Durchhalten und erfahren, wie Alkoholfasten sich positiv auf Ihren Körper auswirkt.


Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Fastenaktion 2021. (Letzter Abruf: 16.02.2021)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Gefahren und Folgen. Auswirkungen von Alkohol auf Ihre Gesundheit. (Letzter Abruf: 16.02.2021)

Kulzer, B. et al.: S2-Leitlinie Psychosoziales und Diabetes – Langfassung (Teil 1). In: Diabetologie, 2013, 8: 198-242 (Gültigkeit abgelaufen)