Diabetes und Nieren

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Die Nieren schützen: Warum es so wichtig ist

Die Häufigkeit, eine Nierenerkrankung zu bekommen, liegt bei Menschen mit Diabetes – unabhängig von der Diabetesform – bei etwa 20 bis 40 Prozent. Grund genug also, das Thema Nieren anlässlich des Weltnierentags am 11. März 2021 genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber warum sind besonders Personen mit Diabetes gefährdet, im Laufe des Lebens eine Nierenerkrankung zu entwickeln? Und wie kann vorgebeugt werden?

 

Die Aufgaben der Nieren

Normalerweise hat jeder Mensch zwei etwa faustgroße Nieren, die auf der Höhe der unteren Rippen links und rechts der Wirbelsäule liegen. Sie übernehmen lebenswichtige Aufgaben. Dazu zählt vor allem die Entgiftung des Körpers, denn die Nieren filtern Abbauprodukte aus dem Blut, welche dann über den Urin ausgeschieden werden. Neben weiteren Funktionen regulieren die Nieren zudem den Wasser- und Salzhaushalt im Körper, beeinflussen den Blutdruck und bilden rote Blutkörperchen.

Dabei spielen die kleinen Filtereinheiten in den Nieren eine wichtige Rolle. Die sogenannten Nierenkörperchen bestehen aus einem Knäuel ganz feiner Blutgefäße, durch die das gesamte Blut geleitet wird. Sehr kleine Stoffe wie Salze, Harnstoff oder Schadstoffrückstände werden durch die feinen Gefäßwände in den Nierenkörperchen aus dem Blut herausgefiltert und über den Urin ausgeschieden. Größere Stoffe, wie zum Beispiel Eiweiße und Blutkörperchen, gelangen aufgrund ihrer Größe in der Regel nicht durch die Wände der feinen Blutgefäße und verbleiben im Körper.

 

Warum leiden Personen mit Diabetes häufig an Nierenerkrankungen?

Bei Menschen mit Diabetes kann es zu einer Nierenerkrankung (Fachausdruck: Nephropathie) kommen, wenn die Blut­zu­cker­wer­te langfristig erhöht sind. Denn diese können die Wände der feinen Blutgefäße in den Nierenkörperchen schädigen. Es bilden sich Löcher und die Gefäßwände werden durchlässiger, wodurch vermehrt auch Eiweiße über den Urin ausgeschieden werden. Die diabetesbedingten Veränderungen führen dazu, dass sich die Durchblutung sowie auch die Funktion der Niere verschlechtern. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz.
 

Was kann man selbst tun, um Nierenerkrankungen vorzubeugen?

Nierenerkrankungen müssen nicht bei Personen mit Diabetes auftreten. Ein gutes Blutzuckermanagement ohne langfristig erhöhte Werte ist hier ein entscheidender Faktor. Zudem kann man der Erkrankung mit einem gesunden Lebensstil vorbeugen. Dazu gehört eine ausgewogene, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und das Vermeiden von Rauchen.

Motivationstipps für einen gesunden Lebensstil finden Sie hier.

Auch ein erhöhter Blutdruck stellt einen bedeutenden Risikofaktor für die Entwicklung von Nierenschäden dar und sollte bei Bedarf medikamentös behandelt werden.

Des Weiteren sollte jedes Jahr mindestens 1 Kontrolluntersuchung der Nierenfunktion und der Urin-Albumin-Ausscheidung stattfinden. Bei Patientinnen und Patienten mit Typ-​1-Diabetes gilt diese Empfehlung ab einer Diabetes-Dauer von 5 Jahren. Menschen mit Typ-​2-Diabetes ohne Anzeichen einer Nephropathie sollten ab der Diagnosestellung jährlich untersucht werden.

Auch wenn bereits eine Nierenerkrankung diagnostiziert wurde, kann das Fortschreiten der Nephropathie verzögert werden, in dem man auf Rauchen verzichtet und auf eine Ernährung ohne große Eiweiß-Mengen achtet.

Lesen Sie in unserem Hintergrundartikel „Dia­be­tes und Nie­ren“ mehr zu Entstehung, Risikofaktoren, Vorbeugung, Diagnose und Behandlung einer diabetesbedingten Nierenerkrankung.

Auf dieser Webseite finden Sie weitere Informationen zum Weltnierentag am 11. März 2021.


Quellen:
Bundesärztekammer et al.: Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter. Version 1.0. 2012 

American Diabetes Association: Microvascular Complications and Foot Care: Standards of Medical Care in Diabetes – 2019. In: Diabetes Care, 2019, 42: S124-S138