Glas mit Joghurt, Beeren und Müsli steht auf einem Tisch, daneben liegt ein Löffel

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Milchprodukte gegen Typ-2-Diabetes und metabolisches Syndrom?

Milchprodukte, täglich verzehrt, scheinen das Risiko für das metabolische Syndrom und damit einhergehenden Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Eine große internationale Studie zeigt nun, dass dies besonders auf Vollmilchprodukte zutreffen könnte.

Das metabolische Syndrom beschreibt das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome beziehungsweise Krankheitsbilder: Übergewicht insbesondere im Bauchraum, erhöhte Nüchternblutzucker- und Blutfettwerte sowie Bluthochdruck. Dieses „tödliche Quartett“, wie das metabolische Syndrom umgangssprachlich oftmals auch genannt wird, erhöht das Risiko für Gefäßverkalkungen und andere Gefäßleiden, Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen und eine Fettleber.

In seiner Studie untersuchte das Forschungsteam die Auswirkungen des Milchkonsums auf das metabolische Syndrom an 113.000 Teilnehmenden im Alter zwischen 35 und 70 Jahren aus insgesamt 21 Ländern. In weiteren Unterstudien wurde das Neuauftreten von Bluthochdruck (in einer Gruppe von 58.000 Teilnehmenden) beziehungsweise von Diabetes (in einer Gruppe von rund 130.000 Patientinnen und Patienten) über einen Zeitraum von 9 Jahren beobachtet.

Alle Teilnehmenden füllten Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus. Milchprodukte umfassten Milch, Joghurt, Joghurtgetränke, Käse und mit Milchprodukten zubereitete Gerichte, die als vollfett oder fettarm eingestuft wurden. Zudem sammelten die Forschenden Informationen über Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Raucherstatus, körperliche Aktivität und Energieaufnahme.

Vollmilchprodukte sind entscheidend

Es zeigte sich, dass im Vergleich zu Menschen, die keine Milchprodukte zu sich nahmen, sich das Risiko für ein metabolisches Syndrom bei mindestens zwei Portionen pro Tag um 24 Prozent reduzierte, bei Vollmilchprodukten um 28 Prozent. Eine Portion war beispielsweise 1 Glas Milch oder 1 Becher Joghurt mit 244 Gramm, 1 Scheibe Käse mit 15 Gramm oder 1 Teelöffel Butter mit 5 Gramm. Das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck war um etwa 12 beziehungsweise 11 Prozent reduziert. Dieser Effekt war allerdings nur für Vollfettprodukte nachzuweisen.

Einschränkend ist anzumerken, dass die erhobenen Daten zur Ernährung auf Selbstauskünften beruhen. Aus ihren Ergebnissen schlussfolgern die Forschenden dennoch, dass Milchprodukte eine einfache und kostengünstige Prävention von Bluthochdruck, Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sein könnten.


Quellen:
Bhavadharini, B. et al: Association of dairy consumption with metabolic syndrome, hypertension and diabetes in 147 812 individuals from 21 countries. In: BMJ Open Diabetes Research & Care, 2020, 8:e000826
Ärztezeitung Online: Mit Milchprodukten metabolisches Syndrom verhindern? Artikel vom 07. Juni 2020