Eine Frau steigt auf eine Waage. Zu sehen sind nur die Unterschenkel.

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Gesundheitsmonitoring

Übergewicht: Die gesundheitliche Lage in Deutschland

Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Nach aktuellem Stand der Forschung stellt neben dem Alter auch starkes Übergewicht einen bedeutenden Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 dar. Eine deutschlandweite Befragung hat ergeben, dass das Körpergewicht und der Body-Mass-Index seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen haben.

Im Rahmen des Gesundheitsmonitorings am Robert Koch-Institut (RKI) wird die Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA 2019/2020-EHIS) seit 2008 regelmäßig in mehrjährigen Abständen durchgeführt. Die bundesweite Querschnittbefragung richtet sich an alle Personen ab einem Alter von 15 Jahren, die zum Zeitpunkt der Erhebung in Deutschland leben. Ziel der Studie ist die Erfassung des Gesundheitszustandes, des Gesundheitsverhaltens und der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Die Teilnehmenden werden per Zufallsprinzip ausgewählt. Von April 2019 bis September 2020 haben insgesamt 23.001 Personen an der Befragung teilgenommen.

Anstieg des Körpergewichts im Vergleich zum Vorjahr

Seit Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 zeigte sich ein Anstieg des Körpergewichts und des Body-Mass-Index (BMI). Unabhängig vom Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildungsstatus betrug das durchschnittliche Körpergewicht der Teilnehmenden im Zeitraum April bis August 2020 78,2 Kilogramm. Im Vergleich: 2019 lag das mittlere Körpergewicht in diesem Zeitraum bei 77,1 Kilogramm.

Ähnlich verhielt es sich beim BMI: Der durchschnittliche BMI für den Zeitraum April bis August stieg von 25,9 kg/m² im Jahr 2019 auf 26,4 kg/m² in 2020. Der BMI stellt eine Maßeinheit für die Einschätzung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße dar. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten Erwachsene mit einem BMI zwischen 18,5 und 24,9 kg/m² als normalgewichtig. Übergewicht ist definiert als ein BMI von 25 kg/m² oder größer. Ab einem BMI von 30 kg/m² spricht man von starkem Übergewicht (Adipositas).

Wie können Übergewicht und Adipositas vorgebeugt und reduziert werden?

Die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas kann durch mehrere Maßnahmen verhindert werden. Dabei spielt besonders der Lebensstil eine entscheidende Rolle: Denn eine gesunde, ausgewogene Ernährung, viel Bewegung sowie eine regelmäßige Gewichtskontrolle sind die wichtigsten Faktoren, um das Körpergewicht im Normalbereich zu halten.

Liegt bereits Übergewicht vor, muss – um abnehmen zu können – mehr Energie verbraucht als aufgenommen werden. Dabei ist es entscheidend, die Ernährung dauerhaft umzustellen und den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Eine Wunder-Diät gibt es – entgegen aller Werbeversprechen – nicht. Es hilft, sich realistische Ziele zu setzen und erst einmal klein anzufangen. Nach ersten Erfolgen können die Ziele immer noch angepasst werden.

Informationen wie eine gesunde und ausgewogene Ernährung aussehen kann, finden Sie in unserem Beitrag „Wie ernähre ich mich eigentlich richtig?“.

Zudem stehen Ihnen auf diabinfo Trainingspläne für Einsteiger und Personen mit sportlicher Vorerfahrung sowie 12 Motivationshilfen für einen gesünderen Lebensstil zur Verfügung.


Quelle:
Damerow, S. et al.: Die gesundheitliche Lage in Deutschland in der Anfangsphase der COVID-19-Pandemie. Zeitliche Entwicklung ausgewählter Indikatoren der Studie GEDA 2019/2020-EHIS. In: Journal of Health Monitoring, 2020, 5: 3-22