Ältere Frauen und Männer mit Hanteln beim Aerobic.

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Diabetes vorbeugen

Walken statt sitzen: Bewegung kann das Typ-2-Diabetes-Risiko senken

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Dominik Pesta

Ältere Frauen, die ihre Zeit im Sitzen durch moderate bis intensive körperliche Aktivität ersetzen, können ihr Risiko für Typ-2-Diabetes senken.

Weniger sitzen, mehr bewegen – wer das beherzigt, hat viele gesundheitliche Vorteile und kann sich auch vor einer Diabetes-Erkrankung schützen. Dies wurde nun im Rahmen der Studie „Objective Physical Activity and Cardiovascular Disease Health in Older Women“ (OPACH) bestätigt: Frauen über 65 Jahre, die ihre sitzende Zeit durch vermehrte Bewegung ersetzen, können ihr Typ-2-Diabetes-Risiko senken. Allerdings muss die körperliche Aktivität mit einer gewissen Intensität ausgeführt werden. Während sich moderate und intensive Aktivitäten, zum Beispiel schnelles Spazierengehen bis hin zum Walken, positiv auf das Typ-2-Diabetes-Risiko auswirkten, zeigten Bewegungsphasen mit niedriger Intensität, wie Geschirr spülen oder Staub wischen, keine risikomindernde Wirkung.

 

Beschleunigungsmesser zeichnen Bewegungsmuster auf

In die Studie wurden 4.839 gesunde Frauen ohne Diabetes eingeschlossen. Das Durchschnittsalter lag bei 79 Jahren. Die Teilnehmerinnen trugen 4 bis 7 Tage lang einen Beschleunigungsmesser (Akzelerometer) an der Hüfte, ein kleines Gerät, das die körperliche Aktivität misst und aufzeichnet. Für einen Zeitraum von bis zu 6 Jahren nach diesen Aufzeichnungen wurde untersucht, ob die Teilnehmerinnen an Typ-2-Diabetes erkrankten. Insgesamt 342 Frauen gaben im Studien-Fragebogen eine Diabetes-Diagnose innerhalb des Beobachtungszeitraums an.

 

Eine halbe Stunde Bewegung senkt das Erkrankungs-Risiko um 15 Prozent

Nach den Berechnungen des Studienteams zeigte sich, dass eine lange Sitz-Zeit mit einem höheren Typ-2-Diabetes-Risiko einhergeht. Bei Frauen, die pro Tag sehr viel Zeit im Sitzen verbracht hatten, war das Risiko um 21 Prozent höher als bei Frauen, bei denen die geringste Sitz-Zeit aufgezeichnet wurde. Umgerechnet senkte jede halbe Stunde moderate bis intensive Bewegung anstelle von Sitzen das Typ-2-Diabetes-Risiko um 15 Prozent. Wer sich in den 30 Minuten statt zu sitzen nur mit sehr geringer Intensität bewegte, erzielte dagegen keinen Effekt auf das Typ-2-Diabetes-Risiko.

 

Fazit: Körperliche Aktivität ist auch im Alter wichtig

Die Studie zeigt: Ältere Frauen, die sich mehr bewegen und weniger sitzen, können sich vor einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung schützen. Allerdings nur dann, wenn die Bewegung eine moderate bis intensive Intensität aufweist. Denn nur, wer deutlich weniger sitzt und sich stattdessen moderat oder intensiv bewegt, erreicht eine Risikominderung.

Eine moderate bis intensive Bewegung entspricht zum Beispiel zügigem Spazierengehen, Walken oder anderen Bewegungsformen, die als anstrengend wahrgenommen werden. Auf diabinfo finden Sie beispielhafte Trainingspläne für den Einstieg ins Walking, Schwimmen oder Radfahren.

 

Bei der Bewertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und daher keine Intervention zur Verringerung der Sitz-Zeit stattfand. Auch wurde das Bewegungsverhalten mit dem Akzelerometer über einen Zeitraum von 4 bis 7 Tagen aufgezeichnet. Daraus können keine Rückschlüsse auf das langfristige Bewegungsmuster gezogen werden.

 

Quelle:
Bellettiere, J. et al.: Sedentary Behavior and Diabetes Risk Among Women Over the Age of 65 Years: The OPACH Study. In: Diabetes Care, 2021, 44: 563-570