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Rückblick

diabinfo im Dialog 2026: Neue Perspektiven aus der Diabetesforschung

Wie lässt sich Typ-2-Diabetes vorbeugen oder seine Entstehung aufhalten? Und welche neuen Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Menschen mit Typ-1-Diabetes? 

Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der 6. Ausgabe unserer Online-Veranstaltungsreihe „diabinfo im Dialog“ am 16. Juli 2026. Unter dem Titel „Vermeiden, Aufhalten, Heilen? Neue Perspektiven aus der Diabetesforschung“ stellten die Vortragenden aktuelle Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung von Typ-1- und Typ-2-Diabetes vor.

 

Diabetes Typ 2: Früh gegensteuern

Prof. Dr. Andreas Birkenfeld, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie am Universitätsklinikum Tübingen sowie Direktor des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen bei Helmholtz Munich, zeigte in seinem Vortrag, dass sich ein Typ-2-Diabetes meist über viele Jahre hinweg entwickelt. Oft kommt es bereits lange vor der Diagnose zu Stoffwechselveränderungen und langsam steigenden Blutzuckerwerten.

Anschließend erläuterte er, unter welchen Voraussetzungen sich erhöhte Blutzuckerwerte wieder normalisieren können. Besonders wichtig ist laut Prof. Dr. Birkenfeld, bereits bei Prädiabetes, einer Vorstufe des Typ-2-Diabetes, durch die Umstellung auf einen gesünderen Lebensstil gegenzusteuern. Dazu zählen vor allem eine Gewichtsreduktion, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Erreichen die Blutzuckerwerte schon in dieser Phase wieder den Normalbereich, kann das Risiko deutlich sinken, später einen Typ-2-Diabetes und/oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.

 

Diabetes Typ 1: Technologien und neue Therapieansätze

Prof. Dr. Barbara Ludwig, Oberärztin und Leiterin der Spezialambulanz für Typ-1-Diabetes am Universitätsklinikum Dresden sowie Leiterin des Inseltransplantations-Programms der Technischen Universität Dresden, gab einen Überblick über moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Typ-1-Diabetes. Sie zeigte, wie sogenannte AID-Systeme (engl.: automated insulin delivery) – also die Kombination aus Insulinpumpe und kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) – die Therapie heute unterstützen können und welche Grenzen sie derzeit noch haben.

Daraufhin stellte sie aktuelle Forschungsansätze zu Bauchspeicheldrüsen- und Inselzelltransplantationen vor. Mithilfe dieser Verfahren kann bei bestimmten Patientinnen und Patienten die Blutzuckerkontrolle verbessert werden. Zugleich sind sie bislang nur eingeschränkt einsetzbar, da Spenderorgane begrenzt verfügbar sind und in der Regel eine dauerhafte Unterdrückung des Immunsystems notwendig ist.

Einen Blick in die Zukunft bot Prof. Dr. Ludwig mit stammzellbasierten Ansätzen. Erste klinische Studien zeigen, dass ein Ersatz von insulinproduzierenden Betazellen durch im Labor hergestellte Stammzellen grundsätzlich möglich ist. Derzeit wird erforscht, wie sich solche Zellen künftig sicher transplantieren lassen, ohne dass sie vom körpereigenen Immunsystem abgestoßen werden.

 

Bewegte Pause und Zeit für Fragen

Für Abwechslung sorgte eine bewegte Pause mit Justin Obojiagbe von der Deutschen Sporthochschule Köln. Mit einfachen Übungen konnten die Teilnehmenden zwischen den beiden Vorträgen Schultern, Rücken und Kreislauf aktivieren. Weitere kurze Bewegungsvideos zum Mitmachen finden Sie auf diabinfo.de.

Im Anschluss an die Vorträge nahmen sich die Expertin und der Experte Zeit, um zahlreiche Fragen aus dem Publikum zu beantworten.

 

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