Hauptinhalt anzeigen
Ein gemeinsames Angebot von Helmholtz Munich, des Deutschen Diabetes-Zentrums und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung

Gesundheits-Check-up: Kostenlose Früherkennung für Erwachsene

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Klaus Koch

Viele Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen entwickeln sich schleichend und verursachen zunächst keine Symptome. Der Gesundheits-Check-up ist eine Früherkennungsuntersuchung für Erwachsene. Er hat das Ziel, gesundheitliche Risiken und häufige Erkrankungen frühzeitig zu erkennen – auch wenn keine Beschwerden vorliegen. Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 18 Jahren Anspruch auf diese Gesundheitsuntersuchung. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.



1. Was ist der Gesundheits-Check-up?

Der Gesundheits-Check-up ist eine ärztliche Untersuchung zur Erfassung von gesundheitlichen Risiken und zur Früherkennung häufiger nicht-übertragbarer Erkrankungen – zum Beispiel von Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenerkrankungen.

Das Angebot richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren – auch wenn keine gesundheitlichen Beschwerden vorliegen. Denn viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend und können lange unbemerkt bleiben. Für gesetzlich Krankenversicherte ist der Check-up im Rahmen der vorgesehenen Untersuchungsabstände kostenfrei. Auch viele private Krankenversicherungen (PKV) übernehmen die Kosten für eine Gesundheitsuntersuchung.

Der Gesundheits-Check-up für gesetzlich Versicherte umfasst ein ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Je nach Alter und persönlichen Risikofaktoren kommen Blut- und Urinuntersuchungen hinzu. Im Abschlussgespräch werden die Untersuchungsergebnisse besprochen. Die Ärztin oder der Arzt ordnet die Befunde ein und kann konkrete Empfehlungen zur Vorbeugung geben. Liegen Hinweise auf eine Erkrankung vor, werden weitere Schritte zur Abklärung oder Behandlung veranlasst.

Gut zu wissen:

Die Begriffe Vorsorge und Früherkennung werden häufig gleichbedeutend verwendet, haben aber unterschiedliche Bedeutungen. Vorsorge umfasst Maßnahmen, die dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen – zum Beispiel Impfungen oder gesundheitsfördernde Angebote. Durch Früherkennung können Krankheiten nicht verhindert werden. Sie dient dazu, Erkrankungen oder deren Vorstufen möglichst früh zu entdecken, damit bei Bedarf rechtzeitig geeignete Maßnahmen eingeleitet werden können.


2. Wer hat Anspruch auf den Check-up?

Gesetzlich Krankenversicherte können im Alter von 18 bis 34 Jahren den Check-up einmalig in Anspruch nehmen. Ab 35 Jahren ist der Gesundheits-Check-up alle 3 Jahre möglich. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Die Teilnahme ist freiwillig. Der Check-up bietet die Möglichkeit, wichtige Gesundheitswerte prüfen zu lassen und das persönliche Risikoprofil mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen. So können bei Bedarf passende Maßnahmen zur Vorbeugung empfohlen und weitere Schritte zur Abklärung oder Behandlung veranlasst werden.

Gut zu wissen:

Der Check-up richtet sich an Personen ohne gesundheitliche Beschwerden. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken zu erkennen, bevor Symptome auftreten oder sich eine Erkrankung entwickelt.


3. Wie oft ist ein Check-up möglich?

Wie häufig die Gesundheitsuntersuchung durchgeführt werden kann, hängt vom Alter ab.

Check-up zwischen 18 und 34 Jahren: einmalig

Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren können den Check-up einmalig wahrnehmen. In dieser Altersgruppe umfasst der Check-up ein ärztliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und eine abschließende Beratung. Blutuntersuchungen im Labor erfolgen nur, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen, zum Beispiel starkes Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck oder familiäre Vorerkrankungen. Eine routinemäßige Urinuntersuchung ist in dieser Altersgruppe nicht vorgesehen.

Check-up ab 35 Jahren: alle 3 Jahre

Ab 35 Jahren kann der Check-up alle 3 Jahre durchgeführt werden. Dann gehören Blut- und Urinuntersuchungen zum regulären Untersuchungsumfang.


4. Wie läuft der Check-up ab?

Der Check-up kann in allgemeinärztlichen oder internistischen Praxen durchgeführt werden. Meist erfolgt er bei der Hausärztin oder dem Hausarzt. Die Untersuchung läuft in mehreren Schritten ab. Welche Check-up-Leistungen dazu gehören, hängt vom Alter und von individuellen Risikofaktoren ab.

 

Gut zu wissen:

Einen Überblick zum Ablauf des Gesundheits-Check-ups bietet auch ein Informationsvideo der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Ärztliches Gespräch

Zu Beginn erkundigt sich die Ärztin oder der Arzt nach Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, aktuellen Beschwerden und bestimmten Risikofaktoren. Dazu zählen beispielsweise:

  • Bestehende chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen
  • Erkrankungen in der Familie, zum Beispiel Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes
  • Alkohol- und Zigarettenkonsum
  • Bewegungsverhalten
  • Stressbelastung

Da Impfungen zu den wirksamsten Maßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten zählen, wird auch Ihr Impfstatus überprüft. Falls Impfungen fehlen oder aufgefrischt werden sollten, berät Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu. Bringen Sie deshalb Ihren Impfpass zur Untersuchung mit!

Gut zu wissen:

Welche Impfungen für Erwachsene empfohlen werden und wann Auffrischungen sinnvoll sind, erfahren Sie auf dem Informationsportal infektionsschutz.de.

Körperliche Untersuchungen

Anschließend führt die Ärztin oder der Arzt verschiedene körperliche Untersuchungen durch. Dazu gehören unter anderem:

  • Abhören von Herz und Lunge
  • Messung des Blutdrucks
  • Erfassung von Körpergröße und Körpergewicht
  • Abtasten des Bauches und des Nierenbereiches
  • Untersuchung des Bewegungsapparats und der Sinnesorgane

Die Messung des Blutdrucks und weitere Befunde können Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen geben, zum Beispiel für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall

Welche Blutdruckwerte als normal gelten und ab wann ein Bluthochdruck vorliegt, lesen Sie hier.

Risiko-Tests

Möchten Sie Ihr persönliches Risiko für Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermitteln?

Mit dem DIfE – DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST® können Sie in wenigen Minuten Ihr persönliches Risiko bestimmen, in den nächsten 10 Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Der Herz-Kreislauf-Erkrankungs-Risiko-Test hilft dabei, Ihr individuelles Risiko einzuschätzen, in den nächsten 10 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu entwickeln.

Bitte beachten Sie: Die Risiko-Tests ersetzen keine ärztliche Untersuchung, können aber eine erste Orientierung bieten.

Blut- und Urinuntersuchung

Ab 35 Jahren gehören Laboruntersuchungen standardmäßig zum Gesundheits-Check-up. Bei jüngeren Erwachsenen werden Laborwerte aus dem Blut nur bestimmt, wenn entsprechende Risikofaktoren bestehen.

Zur Bestimmung Ihrer Blutfettwerte (zum Beispiel Cholesterinwerte) und Ihres Blutzuckers wird Ihnen Blut abgenommen. Anhand der Ergebnisse kann die Ärztin oder der Arzt erkennen, ob Hinweise auf eine Fettstoffwechselstörung, einen Typ-2-Diabetes oder eine Diabetes-Vorstufe (Prädiabetes) bestehen. Ab welchen Blutzuckerwerten ein Diabetes vorliegt, erfahren Sie im Portal „Leben mit Diabetes“.

Gut zu wissen:

Um den Blutzuckerwert bestimmen zu können, ist es wichtig, dass Sie nüchtern zur Gesundheitsuntersuchung erscheinen.

Zusätzlich wird der Urin untersucht, um mögliche Nieren- oder Blasenerkrankungen zu erkennen. Zucker im Urin kann ebenfalls ein Hinweis auf Typ-2-Diabetes sein und wird bei Bedarf weiter abgeklärt.

Ärztliche Beratung

Im weiteren Verlauf informiert Sie die Ärztin oder der Arzt über die Untersuchungsergebnisse, Ihren aktuellen Gesundheitszustand und persönliche Risikofaktoren. Die Beratung orientiert sich an Ihrem individuellen Risikoprofil. Ziel ist es, gemeinsam konkrete Schritte zu besprechen, wie Sie Ihre Gesundheit stärken und Risiken senken können.

Anhand der Untersuchungsergebnisse kann die Ärztin oder der Arzt geeignete Präventionsmaßnahmen empfehlen, zum Beispiel Kurse zur Bewegungsförderung, ausgewogenen Ernährung, Stressbewältigung oder zum Umgang mit Suchtmitteln. Bei Bedarf stellt die Ärztin oder der Arzt Ihnen dafür eine schriftliche Präventionsempfehlung aus. Viele Krankenkassen unterstützen solche Gesundheitskurse. Welche Angebote infrage kommen und welche Voraussetzungen gelten, lässt sich bei der jeweiligen Krankenkasse erfragen. Zudem bietet der GKV-Spitzenverband eine Übersicht zu den Kursangeboten der einzelnen Krankenkassen an.

Zeigen sich auffällige Befunde oder ein Krankheitsverdacht, werden weitere Untersuchungen zur Abklärung und gegebenenfalls eine entsprechende Behandlung veranlasst.

Wie Sie durch Bewegungausgewogene Ernährungausreichend Schlaf und Stressbewältigung aktiv etwas für Ihre Gesundheit tun können, lesen Sie im Bereich „Was kann ich tun?”.

Weitere einmalige Check-up-Untersuchungen

Im Rahmen des Gesundheits-Check-ups gibt es zusätzliche Früherkennungsangebote für bestimmte Alters- und Personengruppen:

  • Ab 35 Jahren: Einmaliges Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C. Hepatitis-Virusinfektionen bleiben oft lange unbemerkt. Ein Test kann helfen, eine Infektion frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf weiter abklären zu lassen.
  • Bei Männern ab 65 Jahren: Einmalige Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader. Dabei wird geprüft, ob eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader im Bauchraum vorliegt.

Ergänzende Informationen zu den Infektionskrankheiten Hepatitis B und Hepatitis C sowie zum Ultraschall-Screening der Bauchschlagader finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

Welche weiteren kostenlosen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen gesetzlich Versicherte in Anspruch nehmen können, zeigt der Vorsorgeplaner der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).


5. Wie bereite ich mich auf den Gesundheits-Check-up vor?

Mit einer guten Vorbereitung können Sie dazu beitragen, dass die Untersuchung möglichst aussagekräftig ist. Vereinbaren Sie für den Gesundheits-Check-up einen Termin – am besten in Ihrer hausärztlichen Praxis. Falls Sie keine Hausärztin oder keinen Hausarzt haben, können Sie über den Arzt- und Therapeuten-Finder eine passende Praxis in Ihrer Nähe suchen. Zudem können Sie sowohl telefonisch unter der Nummer 116 117 oder online über die Website https://www.116117-termine.de/ einen Termin vereinbaren.

Für den Termin sollten Sie folgendes beachten:

  • Impfpass mitbringen
  • Nüchtern zum Termin erscheinen
  • Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen: vorher in der Praxis nachfragen, ob Sie diese wie gewohnt einnehmen dürfen

So können die Laborwerte besser eingeordnet werden und die Beratung kann gezielt erfolgen.

Quellen:

Bundesministerium für Gesundheit: Gesundheits-Check-up. (Letzter Abruf: 01.07.2026) 
Bundesministerium für Gesundheit: Früherkennung. (Letzter Abruf: 01.07.2026)
Gemeinsamer Bundesausschuss: Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten. 2021
Gesundheitsinformation.de: Aneurysma der Bauchschlagader (Bauchaorten-Aneurysma). (Letzter Abruf: 01.07.2026)
Infektionschutz.de: Impfempfehlungen für Erwachsene. (Letzter Abruf: 01.07.2026)
Kassenärztliche Bundesvereinigung: Check-up. Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene. (Letzter Abruf: 01.07.2026)
Kassenärztliche Bundesvereinigung: Gut für unsere Gesundheit: Der Check-up für Erwachsene. 2025
Kassenärztliche Bundesvereinigung: Mein Vorsorge-Planer. Risiken frühzeitig erkennen. 2025
PKV-Serviceportal: Arztbehandlung. (Letzter Abruf: 01.07.2026)
Stiftung Gesundheitswissen: Früherkennung von Krankheiten: Welche Untersuchungen sind sinnvoll? (Letzter Abruf: 01.07.2026)
Stand: 01.07.2026