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Jo-Jo-Effekt: Keine Hinweise auf negative Folgen von Gewichtsschwankungen

Ist der Jo-Jo-Effekt so ungünstig wie bisher angenommen? Viele Menschen nehmen nach einer Gewichtsabnahme wieder an Körpergewicht zu. Eine aktuelle Analyse stellt die Annahme in Frage, dass wiederholte Gewichtsschwankungen nachteilige gesundheitliche Folgen haben.

 

Wer schon einmal versucht hat abzunehmen, kennt das vielleicht: Nach einer Gewichtsabnahme steigt das Körpergewicht oft wieder an. Häufig folgt ein weiterer Versuch, Gewicht zu reduzieren. Das wiederholte Ab- und Zunehmen wird als Jo-Jo-Effekt bezeichnet. Lange galt die Annahme, dass diese Gewichtsschwankungen der Gesundheit schaden können. Eine aktuelle Analyse ordnet diese Annahme neu ein.

 

Auswertung von Beobachtungs- und Interventionsstudien

Forschende der Universität Kopenhagen, des Universitätsklinikums Tübingen und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) werteten Beobachtungs- und Interventionsstudien mit Menschen sowie Untersuchungen an Tiermodellen aus. Sie gingen der Frage nach, ob wiederholte Gewichtsschwankungen zu nachteiligen Veränderungen des Körpergewichts, der Körperzusammensetzung, des Energieumsatzes oder des Stoffwechsels führen.

 

Gesundheitliche Vorteile einer Gewichtsabnahme überwiegen

Die Auswertung zeigt: Nehmen Menschen nach einer Gewichtsabnahme wieder zu, lassen viele der positiven Effekte – beispielsweise auf Blutzucker, Blutfettwerte oder Blutdruck – meist nach und kehren auf ihr Ausgangsniveau zurück. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Gewichtsschwankungen selbst nachteilige Auswirkungen haben.

Auch für die Annahme, dass der Jo-Jo-Effekt zu einer vermehrten Zunahme des Körperfetts, weniger Muskelmasse oder einem reduzierten Energieumsatz führt, fanden die Forschenden keine belastbaren Belege. Viele Zusammenhänge aus früheren Studien könnten auch durch andere Einflussfaktoren erklärt werden. Dazu zählen unter anderem das Alter, die Dauer, starkes Übergewicht (Adipositas) oder unbeabsichtigte Gewichtsverluste infolge anderer Erkrankungen.

 

Einordnung der Ergebnisse und weiterer Forschungsbedarf

Insgesamt spricht die Auswertung dafür, dass die gesundheitlichen Vorteile einer Gewichtsabnahme – beispielsweise für den Stoffwechsel, die Herz-Kreislauf-Gesundheit und die Lebensqualität – die möglichen Risiken wiederholter Gewichtsschwankungen überwiegen.

Viele Erkenntnisse der Analyse beruhen auf Beobachtungsstudien, aus denen keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen abgeleitet werden können. Ergebnisse aus Tiermodellen lassen sich außerdem nur eingeschränkt auf den Menschen übertragen. Weitere Studien sind nötig, um unter anderem die langfristigen Auswirkungen größerer Gewichtsabnahmen besser beurteilen zu können. Das gilt insbesondere für Gewichtsverluste nach einer Behandlung mit GLP-1- und dualen Rezeptoragonisten.

 

Wer sein Gewicht langfristig reduzieren möchte, findet in unserem Hintergrundartikel weitere Informationen zu einer nachhaltigen Gewichtsabnahme.

 

Quellen:

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung: Ist der „Jo-Jo-Effekt“ wirklich schädlich? Eine neue Analyse stellt seit langem geltende Annahme zum Jo-Jo-Effekt in Frage. (Letzter Abruf: 10.07.2026)

Magkos, F. et al.: Is weight cycling clinically harmful? In: Lancet Diabetes Endocrinol, 2026, 14: 594-601