Insulin wird über einen Pen in den Bauch gespritzt.

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diabinfo-Podcast: Neue Folge

Angst vor Insulinspritzen bei Personen mit Typ-2-Diabetes

Wenn bei Menschen mit Typ-2-Diabetes im Laufe der Erkrankung eine Lebensstiländerung und die Behandlung mit oralen Antidiabetika nicht mehr ausreichen, um die Therapieziele zu erreichen, wird oft eine Insulintherapie notwendig. Diese Umstellung ist für viele Patientinnen und Patienten nicht einfach: Besonders zu Beginn haben betroffene Personen häufig große Bedenken und Widerstände gegen die Insulintherapie und ein Gefühl der Überforderung kommt auf. Im diabinfo-Podcast geben der Psychologe Prof. Dr. Bernhard Kulzer und die Diabetesberaterin Kathrin Boehm fundierte Tipps für die Praxis.

 

Mögliche Bedenken ansprechen

Im Vergleich zur oralen Therapie greift die Insulintherapie mehr in den Alltag der Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes ein. Sie erfordert einen hohen Therapieaufwand durch regelmäßige Blutglukoseselbstmessungen, Insulinanpassungen sowie die Berechnung der Kohlenhydrate. Auch wird die Diabetes-Erkrankung durch die Umstellung auf Insulin für die Außenwelt sichtbar, ist meist lebenslang erforderlich und mit Risiken, wie zum Beispiel Hypoglykämien, verbunden. Dadurch wird die Insulintherapie von einem Großteil der Menschen mit Typ-2-Diabetes eher als etwas Belastendes angesehen und ist mit negativen Gedanken assoziiert.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig nicht nur über die Vorteile der Therapieumstellung mit den Patientinnen und Patienten zu sprechen, sondern auch über mögliche Bedenken und Widerstände. Die Fragen: „Wie kommen Sie mit der Insulintherapie klar? Gibt es auch Dinge, die Ihnen schwerfallen oder bei welchen Sie große Bedenken haben?“ können dabei hilfreich sein.

 

Wie kann man Menschen mit Diabetes die Bedenken vor Insulinspritzen nehmen?

Besonders zu Beginn der Insulintherapie empfinden Patientinnen und Patienten häufig Überforderung: Sie haben Angst etwas falsch zu machen und sind besorgt, wie die Therapie sich auf den Alltag sowie das Berufs- und Familienleben auswirkt. Zu einem sicheren Umgang mit der Insulintherapie trägt eine Einweisung in die einfach zu bedienenden technischen Hilfsmittel bei. Zudem ist es hilfreich, wenn die Patientinnen und Patienten selber praktische Erfahrungen sammeln.

Auch die frühzeitige Teilnahme an einer Gruppenschulung ist sehr wichtig, um die Akzeptanz der Insulintherapie zu fördern und bestehende Bedenken zu reduzieren. Neben den hilfreichen Inhalten bieten Schulungen zudem eine gute Möglichkeit sich mit anderen Personen auszutauschen.

 

Zweite diabinfo-Podcast-Serie

Diese Podcast-Folge zum Thema „Angst vor Insulinspritzen bei Typ-2-Diabetes“ ist Teil unserer Podcast-Serie für Diabetesberaterinnen und -berater. Alle 2 Wochen präsentieren wir Ihnen unsere neue Podcast-Folge auf Spotify, Soundcloud, Google Podcasts und weiteren gängigen Streamingdiensten.

Zusätzlich finden Sie den Podcast „Angst vor Insulinspritzen bei Personen mit Typ-2-Diabetes mit Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Kathrin Boehm“ sowie weitere interessante Videos und Podcast-Folgen auch in unserer Mediathek!