Diabetes-Sonderformen

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Oana Patricia Zaharia

Was versteht man unter den Diabetes-Sonderformen LADA oder MODY? Was ist bei Typ-3c-Dia­be­tes hin­sicht­lich der Er­näh­rung zu be­ach­ten? Hier finden Sie eine Auswahl an häufig gestellten Fragen zu Diabetes-Sonderformen, mit denen Ihnen Patientinnen und Patienten in der Praxis möglicherweise begegnen. 

Was versteht man unter LADA-Diabetes (kurz und knapp erklärt)?

Bei Typ-1-Diabetes mellitus werden die insulinproduzierenden Betazellen zerstört, indem Autoantikörper des Immunsystems sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Auch der sogenannte LADA (Late onset Autoimmune Diabetes in Adults) gehört zur Gruppe des Typ-1-Diabetes, da Autoantikörper (insbesondere GAD-Antikörper) gebildet und die Betazellen zerstört werden. Charakteristisch ist das Auftreten im Erwachsenenalter, weshalb es anfänglich zu Verwechslungen mit Typ-2-Diabetes kommen kann.

LADA-Diabetes kann anfänglich in einigen Fällen mit oralen Antidiabetika (zum Beispiel Metformin) behandelt werden, da meist noch eine Restfunktion der eigenen Insulinproduktion vorhanden ist.

Im weiteren Verlauf ist die Patientin oder der Patient jedoch auf Insulin angewiesen. Wann eine Insulintherapie eingeleitet wird und ob diese auch in Kombination mit Tabletten sinnvoll ist, hängt von den Blutglukosewerten und weiteren individuellen Faktoren der Patientin oder des Patienten (zum Beispiel Restfunktion der eigenen Insulinproduktion, Insulinsensitivität und Körpergewicht) ab. Die Entscheidung sollte daher individuell mit den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten getroffen werden.

Gut zu wissen:

Die Weltgesundheits-organisation (WHO) hat 2019 den bisher LADA-genannten Diabetes-Subtyp in „langsam entwickelnder, immunvermittelter Diabetes bei Erwach-senen“ umbenannt.

Was versteht man unter der Diabetes-Form MODY (kurz und knapp erklärt)?

Die sogenannten „MODY-Diabetes“-Typen, die auf unterschiedlichen genetischen Defekten beruhen und von Generation zu Generation weitervererbt werden, gehören zu den häufigeren Diabetes-Sonderformen. MODY steht für „Maturity Onset Diabetes of the Young“. Die genetischen Defekte bewirken, dass die Insulinproduktion der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse eingeschränkt ist.

Patientinnen und Patienten mit MODY-Diabetes sind meist normalgewichtig, weshalb bei ihnen manchmal fälschlicherweise Typ-1-Diabetes diagnostiziert wird. Für die Diagnose geben Gentests sowie der Ausschluss von Antikörpern, die bei Typ-1-Diabetes vorhanden sind, Aufschluss. Eine genaue Diagnose ist wichtig für die Behandlung. Denn MODY-Patientinnen und -Patienten können gegebenenfalls zunächst mit der Basistherapie, bestehend aus ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung, behandelt werden. Falls dies nicht wirkt, kommen orale Antidiabetika zum Einsatz. Erst in späteren Stadien ist eine Insulintherapie erforderlich.

Was ist bei Typ-3c-Diabetes hinsichtlich der Ernährung zu beachten?

Unter dieser Diabetes-Form versteht man eine Diabetes-Erkrankung infolge einer Pankreasoperation. Nach chirurgischer Entfernung unterschiedlich großer Teile der Pankreas muss mit einem insulinpflichtigen Diabetes gerechnet werden, der neben einer Behandlung mit Insulin auch eine Anpassung der Ernährung erfordert.

Nach einer Pankreasresektion gelten für Patientinnen und Patienten grundsätzlich die allgemeinen Regeln einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung. Allerdings fehlen den betroffenen Personen nach einer Pankreasresektion die Pankreasenzyme wie beispielsweise Pankreaslipase, wodurch die Fettverdauung gestört ist. Hier können Enzympräparate helfen.

Die Patientinnen und Patienten sollten zudem Lebensmittel, die Unverträglichkeitserscheinungen wie Blähungen, Druckgefühl oder Durchfall hervorrufen, weglassen.

Nach chirurgischen Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse und am Magen kann ein Dumping-Syndrom auftreten. Dies beschreibt die Beschwerden infolge einer zu schnellen, sturzartigen Entleerung des Speisebreis in den Dünndarm nach teilweiser oder vollständiger Entfernung des Magens. Um dieses Problem zu beheben, sollten die Mahlzeiten auf kleine Portionen verteilt werden.

Quellen:

Klinik für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München: Ernährungsempfehlungen bei Diabetes mellitus nach Pankreatektomie. 2011 (Letzter Abruf: 22.10.2020)
Universitätsklinikum Heidelberg: Patienteninformation zum Diabetes mellitus nach Pankreasoperation. 2009 (Letzter Abruf: 22.10.2020)
Patienten-Bibliothek gemeinnützige GmbH (Hrsg.): Diabetes mellitus – Typ 3. 1. Auflage. 2013
Stand: 22.10.2020