Sexuelle Funktionsstörungen

Wissenschaftliche Unterstützung: Clara Möser, Gidon Bönhof

Krankheitsbilder

  • Bei Männern:
    • Erektionsstörungen
    • Ejakulationsstörungen
    • Orgasmusstörungen
  • Bei Frauen:
    • Verringerte Erregbarkeit/Orgasmusfähigkeit
    • Vermindertes sexuelles Verlangen (Libidomangel)
    • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
    • Verminderte Scheidenfeuchtigkeit (Lubrikationsstörung)

Risikofaktoren

  • Chronische Hyperglykämien
  • Arterielle Hypertonie
  • Dsylipidämie
  • Autonome Neuropathie
  • Durchblutungsstörungen (Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK))
  • Bei Frauen:
    • Hormonelle Störungen, Hormonschwankungen
    • Schmerzhafte Entzündungen im Genitalbereich
  • Übergewicht, Adipositas
  • Rauchen
  • Starker Alkoholkonsum
  • Depressive Verstimmung oder Depression
  • Chronischer Stress, unzureichende Coping (Bewältigungs)-Strategien
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: zum Beispiel Beta-Blockern
  • Anatomische Veränderungen an den Geschlechtsorganen
  • Folgen einer Operation

Regelmäßige Kontrollen

  • Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen, Erfassung der Sexualanamnese, Untersuchung der Gefäße und Nerven
  • Regelmäßige Befragung der Patientinnen und Patienten zu möglichen Problemen oder bestehender Unzufriedenheit mit dem Sexualleben
  • Screening-Fragebögen: International Index of Erectile Function (IIEF)
    • Bei positivem Screening: Umfassende fachärztliche Abklärung mit klinisch-andrologischer Untersuchung, psychiatrischer Diagnostik und Ausschluss anderer Ursachen als die Diabetes-Erkrankung
  • Patienten über 45 Jahre: PSA (Prostataspezifisches Antigen)-Bestimmung und urologische Untersuchung

Fragebogen zur sexuellen Funktion

Es ist wichtig, die Behandlung sexueller Probleme zu einem wesentlichen Bestandteil der routinemäßigen Diabetes-Versorgung zu machen. Wenn das Gespräch über diabetesinduzierte sexuelle Probleme von Fachkräften initiiert wird, reduziert dies die Hemmschwelle der Patientinnen und Patienten über dieses persönliche Thema zu reden.

Um den Einstieg in das Gespräch zu erleichtern, können Sie die nachfolgenden Fragebögen, einen für Patientinnen und einen für Patienten, verwenden.

Quellen:

Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie: Ursachen für sexuelle Störungen. (Letzter Abruf: 07.10.2020)
Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion. 2018
Stand: 07.10.2020