Wundermittel Bewegung – Das passiert, wenn Sie sich (mehr) bewegen

Wissenschaftliche Unterstützung: Prof. Dr. Christine Joisten, Prof. Dr. Cora Weigert, Dr. Dominik Pesta

Wäre Bewegung eine Pille – dann sollte man stutzig werden, welch vielfältige Versprechen auf dem Beipackzettel stünden.

Doch dadurch, dass sie auf den ganzen Körper wirkt, und Menschen seit jeher für ein Leben in Bewegung ausgerichtet sind, können dadurch tatsächlich verschiedenste Gesundheitseffekte erzielt werden.

Hier finden Sie verschiedene Trainingspläne, um entweder mit dem Sport zu beginnen, oder um etwas Abwechslung in den bestehenden Trainingsablauf zu bekommen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Die Effekte von Bewegung:

Bewegung...

  • senkt die Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, weil dabei Kalorien verbrannt werden und die Wirkung des Insulins verbessert wird.
  • wirkt auch positiv auf die Leber, da sie erhöhtes Leberfett reduziert, was wiederum das Typ-2-Diabetes-Risiko senkt.
  • senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, denn sie fördert die Durchblutung im ganzen Körper und trainiert das Herz und die Gefäße.
  • senkt das Risiko für Krebserkrankungen, indem sie bestimmte Immunzellen der Körperabwehr aktiviert.
  • hilft beim Stressabbau, hebt die Stimmung und beugt psychischen Erkrankungen vor, denn es werden Endorphine („Glückshormone“) ausgeschüttet und das Stresshormon Kortisol abgebaut.
  • stärkt die Abwehrkräfte, indem sie das Immunsystem aktiviert.
  • unterstützt die Hirnfunktionen und hält auch geistig fit, denn sie fördert die Durchblutung und die Vernetzung im Gehirn.
  • verlängert – statistisch gesehen – die gesunde Lebensspanne, indem sie verschiedene Krankheitsrisiken senkt und auch auf die Zellalterung einwirkt.
  • fördert die Geselligkeit, gerade wenn man in einer Mannschaft, mit Freundinnen oder Freunden oder Kolleginnen beziehungsweise Kollegen aktiv ist.

Um Gesundheitseffekte zu spüren, muss man kein Marathon-Läufer werden. So zeigte eine Studie 2019, dass Freizeitfußball die körperliche Fitness steigert: Es kommt zu einer Senkung des Blutdrucks, des Ruhepulses, zur Reduzierung der Fettmasse und zur Verbesserung der Cholesterinwerte. Eine bessere körperliche Fitness kann langfristig vor vielen Krankheiten und einem frühen Tod schützen.

Wie kann ich die eigene Fitness steigern?

Die eigene Fitness kann man mit Bewegung im Alltag und mit beinah jeder Sportart steigern, sei es Zumba, Schwimmen, Lauftraining oder auch nur zügiges Spazierengehen. Hauptsache, man strengt sich dabei etwas an und bleibt dran. Natürlich sollte man auch auf den eigenen Körper hören, sich nicht überfordern sowie die Bewegungshäufigkeit und den -umfang langsam steigern.

Welches Argument spricht Sie persönlich an? Ergründen Sie genau, was Sie motivieren kann und legen Sie los – unsere Trainingspläne können Sie dabei unterstützen.

.diabinfo Podcast Im All­tag fit hal­ten (Prof. Dr. Cora Wei­gert)

Quellen:

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Fiuza-Luces, C. et al.: Exercise benefits in cardiovascular disease: beyond attenuation of traditional risk factors. In: Nat Rev Cardiol, 2018, 15: 731-743
Hollstein, T.: Sport als Prävention: Fakten und Zahlen für das individuelle Maß an Bewegung. In: Dtsch Arztebl, 2019, 116: 35-36
Milanović, Z. et al.: Broad-spectrum physical fitness benefits of recreational football: a systematic review and meta-analysis. In: Br J Sports Med, 2019, 53: 926-939
Moore, S. C. et al.: Association of Leisure-Time Physical Activity With Risk of 26 Types of Cancer in 1.44 Million Adults. In: JAMA Intern Med, 2016, 176: 816-825
Oja, P. et al.: Health benefits of different sport disciplines for adults: systematic review of observational and intervention studies with meta-analysis. In: Br J Sports Med, 2015, 49: 434-440
Wen, P. W. et al.: Minimum amount of physical activity for reduced mortality and extended life expectancy: a prospective cohort study. In: Lancet, 2011, 378: 1244-1253
Werner, C. M. et al.: Differential effects of endurance, interval, and resistance training on telomerase activity and telomere length in a randomized, controlled study. In: Eur Heart J, 2019, 40: 34-46
Stand: 03.12.2019