Blutzucker messen

Wissenschaftliche Unterstützung: Prof. Dr. Andreas Fritsche, Andreas Vosseler M.A.

Was bedeutet der Blutglukosewert? Bei welchem Wert ist mein Blutzuckerspiegel normal, wann zu hoch? Und warum ist eine regelmäßige Stoffwechselkontrolle so wichtig?

Hier finden Sie eine Auswahl an häufig gestellten Fragen zum Thema ‚Blutzucker messen‘.

Was bedeutet der Blutglukosewert?

Der Blutglukosewert oder Blutzuckerwert beschreibt die Konzentration von Zucker (Glukose) im Blut. Der Wert wird angegeben in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l). Die Bestimmung der Blutzuckerwerte ist ein entscheidendes Kriterium zur Diagnose der Diabetes-Erkrankung.

Bei welchem Wert ist mein Blutzuckerspiegel normal, wann zu hoch?

Bei Menschen ohne Diabetes, die mindestens 8 Stunden nichts gegessen haben, liegt der Nüchternblutzuckerwert unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Bei einem wiederholten Nüchternblutzuckerwert über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) liegt ein Diabetes mellitus vor.

Nüchternblutzuckerwerte zwischen 100 und 126 mg/dl (5,6-7,0 mmol/l) deuten auf einen gestörten Nüchternblutzucker (Prädiabetes) hin. Diese Personen haben ein erhöhtes Diabetes-Risiko.

Ob bei Ihnen ein Diabetes vorliegt, kann die Ärztin oder der Arzt mit Hilfe eines oralen Glukosetoleranztests (oGTT) oder der Messung Ihres Blutzucker-Langzeitwerts (HbA1c-Wert) bestimmen.

Wenn ein Diabetes besteht, legt die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten Blutzuckerzielwerte fest. Diese Zielwerte liegen höher als die oben beschriebenen „Normalwerte“ und sind individuell verschieden, je nach Therapie, Begleiterkrankungen und Lebensumständen.

Warum ist eine regelmäßige Stoffwechselkontrolle so wichtig?

Die Glukoseselbstmessung ist neben gesunder Ernährung, körperlicher Aktivität und Medikamenten für viele Menschen mit Diabetes ein wichtiger Baustein der Behandlung. Für die Anpassung des Insulins bei Typ-1-Diabetes ist die Glukosemessung unerlässlich. Auch bei Typ-2-Diabetes kann sie ein wertvolles Element der Behandlung sein.

Die regelmäßige Stoffwechselkontrolle kann zur Vorbeugung akuter Notfallsituationen, wie Unter- und Überzuckerungen, beitragen. Zudem lernen die Patientinnen und Patienten so, wie ihr Zucker auf Medikamente, Mahlzeiten, Sport und andere Belastungen reagiert.

Je nach Therapieform (Tabletten oder ein- bis mehrmals tägliche Insulingaben) sind unterschiedlich viele Glukosemessungen am Tag notwendig. Bei häufigen Messungen können neben der Blutzuckermessung kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM) hilfreich sein. In Absprache mit dem behandelnden Diabetes-Team kann die Messfrequenz und Verteilung der Messzeitpunkte festgelegt werden.

Warum empfiehlt es sich, ein Blutzuckertagebuch zu führen?

Für eine erfolgreiche Diabetes-Behandlung ist es wichtig, die eigenen Glukosewerte zu kennen und regelmäßig zu dokumentieren. In einem Blutzuckertagebuch werden neben persönlichen Daten, Blutzuckerwerte, Gesundheitsprobleme, notwendige Medikamente und Behandlungsmaßnahmen notiert. So haben Menschen mit Diabetes einen optimalen Überblick über den Verlauf ihrer Erkrankung und den Erfolg der Behandlungsmaßnahmen. Außerdem erleichtert es den Informationsaustausch zwischen Menschen mit Diabetes und ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Tagebücher können in Papierform oder elektronisch sowie auch als App geführt werden.

Wie exakt muss der Blutzuckerspiegel eingestellt werden?

Genauso wie Blutdruck und Herzschlag ändert sich der Blutzuckerspiegel in Abhängigkeit von vielen Einflussfaktoren, wie beispielsweise körperliche Aktivität, Essen, Tag- und Nachtrhythmus und Stress. Der Zielbereich ist von Person zu Person unterschiedlich und wird zwischen Patientin oder Patient und Ärztin oder Arzt individuell festgelegt.